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Midnight Sun
Midnight Sun
© Universum Film © SquareOne

Kritik: Midnight Sun - Alles für dich (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Bittersüß ist diese dem lauernden Tod abgetrotzte Teenie-Romanze von Katie und Charlie. Regisseur Scott Speer und Drehbuchautor Eric Kirsten aber verleihen ihr eine jugendliche Frische und Unbeschwertheit, welche die Schwere von Katies Schicksal streckenweise schon beinahe vergessen lässt. Als sich die wegen ihres Gendefekts XP - Xeroderma Pigmentosum - völlig isoliert aufgewachsene Katie zum ersten Mal verliebt, strebt sie hinaus ins Leben. Aber das darf sie immer nur nachts, um dem für sie tödlichen Sonnenlicht nicht zu begegnen. Sie verschweigt Charlie ihr Leiden, damit sie es für ein paar Stunden auch selbst vergessen kann. Die unbekannte Welt da draußen lässt sie staunen. Das wirkt manchmal sogar lustig, zum Beispiel weil sie nicht weiß, was auf Partys angesagt ist und was nicht.

Die Geschichte erinnert ein wenig an das Märchen von Aschenputtel. Denn wie die Märchengestalt erscheint Katie wie aus dem Nichts vor den Augen des jungen Mannes, dem sie den Kopf verdreht. Und wie Aschenputtel kann sie auch abrupt wieder verschwinden, um ihn ratlos zurückzulassen. Märchenhaft aber ist auch Katies Unbeschwertheit. Obwohl sie so isoliert aufgewachsen ist, benimmt sie sich wie eine ganz normale, fröhliche Jugendliche, scherzt mit ihrem Vater, hängt zuhause mit der Freundin ab. Auch in der ähnlich gelagerten Jugendromanze "Du neben mir" von 2017 war die isoliert lebende weibliche Hauptfigur so auffallend unbekümmert. Bella Thorne verleiht Katie eine Normalität und Leichtigkeit, die gut zum Stil der Geschichte passt. Herz und Gefühl sind zwar erlaubt, aber das Ganze soll auch Spaß machen und nicht wirklich in die Tiefe gehen.

In der Rolle des verliebten Charlie kommt Patrick Schwarzenegger praktisch mit einem einzigen Gesichtsausdruck aus. Er wirkt sehr sensibel in seiner romantischen Verzauberung und damit auch charmant. Wie es sich für eine Teenie-Romanze gehört, gibt es auch viel Musik, die sich über die schwelgerischen Bilder legt. Das eine oder andere zarte Liedchen steuert Katie selbst bei. Insgesamt hinterlässt der Film den Eindruck eines auf das junge Zielpublikum zugeschnittenen kommerziellen Produkts, in dem der tragische Inhalt so leicht konsumierbar wie möglich gemacht wird.

Fazit: Diese Jugendromanze nimmt Anleihen beim Märchen vom Aschenputtel, wenn der Hauptfigur Katie nach Sonnenuntergang die Welt für ein paar Stunden zu Füßen liegt. Der verliebte junge Mann an ihrer Seite ahnt nicht, dass ihr Alltag weniger glücklich ist und sie in Todesgefahr schwebt. Obwohl Katie kein Sonnenlicht verträgt und isoliert aufgewachsen ist, spielt Bella Thorne sie als fröhliche, unbeschwerte Person, ganz im Sinne der atmosphärischen Leichtigkeit, die der Film bevorzugt. Die Tragik gehört zwar zum Gesamtpaket dieser kommerziellen, auf die Zielgruppe zugeschnittenen Unterhaltung, wird aber glatt gebügelt serviert.




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