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Love is all you need - Hauptplakat
Love is all you need - Hauptplakat
© Prokino

Kritik: Love Is All You Need (2012)


Der leicht schnulzig klingende Filmtitel sollte bei dieser gelungenen, romantischen Komödie nicht abschrecken. Wahrscheinlich klang das dänische Original, "Der kahle Friseur" ("Den skaldede frisør"), auf Deutsch etwas zu hart. Bietet Regisseurin Susanne Bier mit ihrem neuen Werk doch herzerfrischenden Humor, der nicht in lapidare Seichtheit abgleitet. Im Gegensatz zu ihrem Oscar-prämierten Familien- und Sozialdrama "In einer besseren Welt" geht es in Biers neuem Streifen leichter zu. Und trotzdem gelingt es ihr, die Charaktere dem Publikum näher zu bringen ohne ins Voyeuristische abzugleiten.

So sieht man beispielsweise die Spuren von Idas Krebserkrankung, wenn sie nackt in einer Lagune steht und doch vermittelt dieses Bild bei aller Verletzlichkeit eine natürliche Schönheit, die befreit ist von glamourösem Kitsch. Im Laufe des Films überwindet Ida nicht nur die Krankheit, sondern auch ihren Mann, der sie wegen einer Jüngeren verlassen hat. Sie findet zu sich selbst und begreift, dass jedes Ende auch den Anfang von etwas Neuem bedeuten kann. Ihre Stärke beeindruckt zunehmend Phillip, der den Verlust seiner vor langem verstorbenen Frau nicht zu verwinden scheint. Er verschließt sich mit seine Trauer und Wut hinter seinen Geschäften im Obsthandel. Sein Sohn, der unter dieser Bitterkeit sein Leben lang leiden musste, versucht umso mehr das perfekte Glück zu finden. Die Tage vor der geplanten romantischen Hochzeit zwischen ihm und Idas Tochter Astrid, mit der er erst wenige Monate zusammen ist, lassen ihn jedoch zweifeln. Die Grenzen zwischen wahrer Leidenschaft und konstruiertem Glück lässt die Regisseurin dabei zunehmend verschwimmen.

In diesem Streifen stehen Menschen im Mittelpunkt, die harte Schläge in ihrem Leben verkraften mussten. Menschen, die sich finden und solche, die bemerken müssen, dass sie sich nie gefunden haben. Mit Humor und gelungenem Wortwitz lässt Bier den Zuschauer diesem amüsanten, bisweilen tragisch komischen Spektakel beiwohnen.

Die malerische Kulisse der Mittelmeerküste Italiens, die perfekt in Szene gesetzt ist, macht den Film zusätzlich zu einem Erlebnis. Brillant besetzt sind die Rollen mit einer glaubwürdigen Trine Dyrholm und einem souveränen Pierce Brosnan, der mit einem Schmunzeln ein wenig mit seinem James Bond Image spielt.

Fazit: "Love Is All You Need" ist eine intelligent gemachte, romantische Komödie. Ein Lichtblick im derzeitigen Kinoprogramm.




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