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Kritik: End of Watch (2012)


"End of Watch" von Regisseur David Ayer ("Training Day") ist im Stil einer Mockumentary gedreht. Dabei ist insbesondere am Anfang die wacklige Handkamera, mit der Brian Taylor seinen Alltag filmt, ungewohnt und irritierend. Angeblich ist es ein Video-Projekt, von dem allerdings auch sein Vorgesetzter (Frank Grillo) und sein Kollege Van Hauser (David Harbour) nicht gerade begeistert sind. Aber Brian filmt unverdrossen weiter und nimmt neben Einsatzbesprechungen und Buddy-Talk im Streifenwagen auch die Schattenseiten seines Jobs auf: die Hausdurchsuchung bei einer drogenabhängigen Frau, die ihre kleinen Kinder vermisst, oder den Leichenfund in einem verlassenen Haus.

Durch die Handkamera entsteht sehr schnell jene Unmittelbarkeit, die diese Vorgehensweise herstellen soll. Der Zuschauer ist im gesamten Film sehr nah bei Brian und Zavala. Sie sind in fast jeder Szene des Films zu sehen – einige Ausnahmen bilden die found-footage-Aufnahmen aus dem inneren Zirkel der mexikanischen Gang, die die Macht im Viertel übernehmen will – und werden sehr überzeugend von Jake Gyllenhaal und Michael Peña gespielt.

Bereits durch das Bildmaterial, das bei Action-Szenen noch durch Überblickkameras ergänzt wird, und die Spielweise von Jake Gyllenhall und Michael Peña entsteht ein starker Eindruck der Authentizität, der durch ihre improvisierten Dialoge im Streifenwagen noch verstärkt wird. Darüber hinaus ist an "End of Watch" bemerkenswert, dass David Ayer, der auch das Drehbuch geschrieben hat, über weite Strecken des Films keine durchdramatisierte Geschichte erzählt. Vielmehr schildert er den Alltag zweier Cops in South Central, dem Viertel, in dem er selbst groß geworden ist. Seine Protagonisten gehören zu der Newton Police Station, die in einer Gegend mit einer der höchsten Kriminalitätsraten der USA liegt. Über 50 Gangs agieren dort und ihre Bezirke sind oftmals nur durch einen Straßenzaun voneinander getrennt.

Während in David Ayers "Training Day" und "Street Kings" das Los Angeles Police Department noch ein Hort der Korruption und Intrigen war, machen die Polizisten in "End of Watch" einfach ihren Job so gut wie möglich. Manchmal setzt er ihnen mehr zu, manchmal weniger. Aber es gibt dort keine unnötigen Ränkespiele, die ihnen die Arbeit noch schwerer machen würde, vielmehr beschwören sie ihren Zusammenhalt. Leider bleibt David Ayer dieser Unaufgeregtheit nicht in aller Konsequenz treu. Aber angesichts der Intensität der ersten zwei Drittel des Films lassen sich einige Klischees und das Pathos am Ende von "End of Watch" verschmerzen.

Fazit: "End of Watch" ist ein sehr gutes Cop-Drama, das über weite Strecken mitreißt und spannend unterhält.




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