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Gejagt - Auf Leben und Tod
Gejagt - Auf Leben und Tod
© Universum Film

Kritik: Gejagt - Auf Leben und Tod (2010)


Der britische Abenteuerfilm begibt sich in die schwierige historische Vergangenheit eines einstigen Weltimperiums. Ray Winstone als rauer Fährtensucher befindet sich hierin auf der Jagd nach einem Maori, einem Ureinwohner Neuseelands. Dieser wird beschuldigt, einen britischen Soldaten ermordet zu haben. Von der Handlung her erinnert "Gejagt - Auf Leben und Tod" stark an das australische Drama "The Tracker" von 2002.

Leider entpuppt sich die Neuauflage aber schnell als oberflächliche und eintönige Reise durch das neuseeländische Outback. Ray Winstone wirkt in seiner Rolle absolut unterfordert, glänzte er in Filmen wie "The Departed" oder "44 Inch Chest" doch durch sein emotionsgeladenes und aggressives Spiel. Hier wird ihm eine relativ ruhige Rolle aufgezwängt, die er mit einem monotonen Spiel nur halbherzig füllen kann.
Ebenso wirkt die gesamte Szenerie auf Dauer sehr ermüdend. Ständig gleiche Kameraaufnahmen vom Gehen und Auf-den-Boden-Schauen verpassen dem Film nicht die geringste Spannung, wirkt das Ich-weiß-wo-du-langgegangen-bist-und-werde-dich-nicht-verlieren viel zu einfach und künstlich gestrickt. Ohne Probleme folgt Ray Winston dem ein oder anderen gebrochenen Ast und schaut ab und zu durch sein Fernglas, bis er nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich hinter dem Maori auftaucht und ihn festnimmt. Genauso verhält es sich mit den Dialogen, die mit unbeholfen eingefügten Sätzen in der Sprache der Maori eher lachhaft als ernst zunehmend empfunden werden.

Das Ende schafft es schließlich, den Film aus seinem Dahingeplätscher herauszuziehen und ihn auf eine qualitativ höhere Ebene zu stellen. Winstones finaler Hackenschlag entpuppt sich als durchaus einfallsreich wenngleich sehr offensichtlich. Jedoch stellt es den Zuschauer zufrieden und der Charakter des Fährtenlesers vollzieht die entscheidende Wandlung, die ihn von seiner Person zu Beginn des Films auf schmerzende aber sympathische Weise abgrenzt.

Fazit: Trotz Anti-Kolonialismus Botschaft und gelungenen Landschaftsaufnahmen ein Film ohne großen Wiederschauwert, dessen Ende dem Zuschauer Freude bereitet und den Film in der Wertung höher steigen lässt. Alles in allem eine wenig spannende Verfolgungsjagd vor schöner Kulisse mit netter Pointe, die an halbherzigen Dialogen und teils unmotivierten Schauspielern scheitert. Vor allem aus Winstones Rolle hätte man mehr herausholen können.





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