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Hellraiser - Das Tor zur Hölle
Hellraiser - Das Tor zur Hölle
© Kinowelt

Kritik: Hellraiser - Das Tor zur Hölle (1988)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

1987 schuf der englische Autor Clive Barker mit der Verfilmung seines eigenen Romans einen Meilenstein des modernen Horror-Kinos. Sein mit kunstvollen Bildern gespicktes Werk, in dem die Ureinwohner der Dimension des Grauens – die Zenobiten – erstmals auftauchten, entwickelte sich zum Kultstreifen. Bis heute erschienen insgesamt acht Fortsetzungen des Erstlings, zuletzt "Judgement" (2018). Bei den meisten Teilen handelte es sich um Direct-to-DVD-Produktionen. Barker konnte fünf Jahre nach "Hellraiser" mit dem Drehbuch zu "Candyman’s Fluch" einen weiteren großen Erfolg im Horrorkino verzeichnen.

"Hellraiser" darf, wenn man ihn sich heute und im Abstand von 30 Jahren ansieht, nicht mit den Maßstäben gegenwärtiger Sehgewohnheiten verglichen werden. Gerade auch das heutige Horrorkino lebt vielfach von der Brillanz seiner Optik und der Perfektion der Special-Effects. Auf handgemachte Effekte und aufwendig zusammengeschusterte (Holz-) Kulissen "bauen" die Filmemacher heute nur noch selten. Ebenso wie auf eine ruhige Erzählweise und lange Einstellungen ohne Schnitt-Gewitter. All das jedoch bietet "Hellraiser" und all dies machte diesen morbiden und extrem blutigen Blick in die Abgründe des menschlichen Wesens so faszinierend und schockierend. Bis heute.

Auch an blutrünstigen, drastischen Ekel-Szenen und erbarmungslosem Splatter-Blutrausch mangelt es dem Film nicht. Man kann nur vermuten, wie verstörend einige dieser Szenen auf jene Zuschauer gewirkt haben müssen, die diese Schockeffekte auf der großen Leinwand zu Gesicht bekamen. Schaurige Szene, die es zuvor in dieser Härte und Radikalität erst selten auf der großen Leinwand zu sehen gab. Regisseur und "Hellraiser"-Erfinder Barker dienten diese Sequenzen aber nicht als Mittel zum Zweck oder etwa dazu, einem banalen Voyeurismus zu frönen.

Er schuf mit ihnen vielmehr eine radikale, furchteinflößende Entsprechung für einige der menschlichsten Eigenschaften und Triebe überhaupt, die uns (die menschliche Rasse) in seinen Augen aber auch ins Verderben stürzen: Lust, Erfüllungssucht, Liebe und Leid, Sehnsucht, Abhängigkeit und Gier. Ein echter Augenschmaus sind – wie weiter oben bereits erwähnt – zudem eben jene einfallsreichen, beeindruckenden Masken der Zenobiten, die noch heute einen ungeheuren Charme versprühen.

Fazit: Schauerlicher, markerschütternder und ungemein düsterer Horror-Klassiker mit entfesselten Splatter-Szenen, die auch über 30 Jahre nach ihrer Erstaufführung nichts von ihrer Radikalität verloren haben.




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