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Trance - Gefährliche Erinnerung - Hauptplakat
Trance - Gefährliche Erinnerung - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Trance - Gefährliche Erinnerung (2013)


"Trance – Gefährliche Erinnerung" von Danny Boyle ist ein Film, über dessen Handlung nicht zu viel verraten werden sollte. Dafür haben sich Boyle und Drehbuchautor Joe Ahearne zu viele Wendungen einfallen lassen, deren lose Enden auch nach und nach aufgegriffen werden – wenngleich letztlich einige Lücken bleiben. Auch ist manches nicht allzu überraschend, aber gerade in den Details gibt es einige schöne Twists, die mit mitunter expliziten Bildern eingeläutet werden. Dabei baut der Film durch diese Drehungen gerade am Ende so viel Tempo auf, dass man fast übersehen könnte, wie hanebüchen manche Elemente der Story sind.

Grundsätzlich baut Danny Boyle seinen Film auf der Unzuverlässigkeit von Erinnerungen auf. Wir erinnern uns nicht mehr an das konkrete Ereignis, sondern an unsere letzte Erinnerung an das Geschehen. Darüber hinaus ist es möglich, mittels Hypnose in diese Erinnerungen einzugreifen. Was passiert, wenn unsere Erinnerung manipuliert wird? Indem Danny Boyle diesen Möglichkeiten nachspürt, verdeutlicht "Trance – Gefährlich Erinnerung" zugleich die Mechanismen des filmischen Erzählens. Helfen anfangs noch visuelle Elemente wie ein unscharfer Bildrand bei der Trennung der verschiedenen Ebenen, verwischen die Grenzen hier zusehends. Dabei setzen Danny Boyle und sein Kameramann Anthony Dod Mantle auf Unterstützung des Erzählerischen durch das Bild: knallige Farben und Glas-Flächen sowie düstere Fabrikanlagen sollen der Story einen schicken, glänzenden Look verleihen. Doch im Zusammenspiel mit dem polierten Produktionsdesign von Mark Tildesley entsteht eine stilisierte Welt, in der die Protagonisten agieren. Auch die Musik von Clint Mansell ist mitunter sehr deutlich eingesetzt – und Elektro-Klänge allein schaffen nicht immer eine coole Atmosphäre. Dadurch ist in einigen Szenen eine visuelle und auditive Überbordenheit, die mit zunehmendem Verlauf ermüdet und den Tempoverlust im Mittelteil nicht ausgleichen kann.

Getragen wird der Film zudem von der Dreiecksbeziehung zwischen Rosario Dawson, James McAvoy und Vincent Cassel. Insbesondere Cassel holt aus seiner stereotyp angelegten Rolle sehr viel heraus. James McAvoy ist anfangs überzeugend, verliert aber im Verlauf des Films an Intensität. Bei Rosario Dawson stehen gute und weniger gute Momente hingegen im steten Wechsel. Dabei gelingt es aber Danny Boyle nicht, eine Figur als Identifikationspunkt für den Zuschauer aufzubauen, so dass man an ihrem Schicksal nur wenig Anteil nimmt. Vielmehr wird im Film die grundsätzlich reizvolle Idee beständig wiederholt, so dass sie zunehmend abstumpft, anstatt erweitert zu werden. Im Gegensatz zu beispielsweise Christopher Nolans "Memonto" oder "Inception" fehlt dem Drehbuch von Joe Ahearne und John Hodge Komplexität und eine konsequente Weiterentwicklung der Ausgangsidee. Und so ist "Trance" ein fraglos unterhaltsamer Film, dem letztlich aber vor allem an Originalität fehlt.

Fazit: "Trance – Gefährliche Erinnerung" ist ein unterhaltsamer Film, der beim Zusehen sehr viel Spaß bereitet – aber wie eine Achterbahnfahrt schnell vergessen ist.




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