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Street Dance 2 - Hauptplakat
Street Dance 2 - Hauptplakat
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany © Squareone

Kritik: Street Dance 2 (2012)


Vor drei Jahren sorgte der britische Film „StreetDance 3D“ weltweit für Furore. Er war der weltweit erste in 3D produzierte Tanzfilm und entwickelte sich zu einem enormen internationalen Kassenerfolg. Auch hierzulande: In Deutschland lockte das HipHop-Spektakel weit über eine halbe Millionen Zuschauer in die Kinos. „StreetDance 3D“ bot echte Schauwerte und sorgte dafür, dass die Zielgruppe das bekam, wonach sie verlangt: attraktive Darsteller, spektakuläre Tanzeinlagen und sogar den ein oder anderen gelungenen 3D-Effekt. Darüber hinaus verschaffte der Film einen spannenden Einblick in die britische Street-Dance-Szene. Hinsichtlich Inhalt, Art der Inszenierung und der darstellerischen Leistungen fiel der Film qualitativ jedoch deutlich ab. Letztlich präsentierte er dieselbe ästhetisch zwar ansprechende, inhaltlich jedoch fade Tanzfilm-Kost, wie sie bereits in den Filmen „Step Up“ (2006) und der Fortsetzung „Step Up to the Streets“ (2008) zu sehen war. Schon kurz nach dem großen kommerziellen Erfolg von „StreetDance 3D“ begannen die beiden Regisseure Max Giwa und Dania Pasquini mit den Planungen des zweiten Teils, der nun – nach mehrjähriger Produktionszeit – in den deutschen Kinos startet: erneut in 3D und nach derselben Rezeptur, die bereits Teils eins zum Erfolg werden ließ.

Der Streetdancer Ash (Falk Hentschel) wird bei einem Tanzwettbewerb von der ebenso erfolgreichen wie arroganten Tanzgruppe „Invincible“ gedemütigt. Ash beschließt daraufhin, seine eigene Truppe zusammenzustellen, um die hochmütige Tanz-Crew vom Thron zu stoßen. Ash möchte die größten Streetdance-Talente in seinem Team haben und begibt sich auf eine Reise um die Welt, die ihn u.a. nach London, Paris und Berlin führt. Er findet schließlich die besten Streetdancer in den Metropolen und überredet sie, seinem Team beizutreten. Das Ziel: im „Ultimate Dance Off“-Wettbewerb gegen „Invincible“ anzutreten. Die Gruppe scheint komplett, als Ash auf die schöne Salsa-Tänzerin Eva (Sofia Boutella) trifft und auf die Idee kommt, seine eigene Tanztechnik mit Salsa-Elementen zu kombinieren. Das Problem: Eva hat zunächst alles andere als Lust, der bunten Tanztruppe beizutreten. Zu allem Überfluss kommen in Ash auch noch Gefühle auf, die das gesamte Projekt gefährden könnten.

Die Regisseure Giwa und Pasquini bleiben ihrem Stil treu und versorgen „StreetDance 2 3D“ mit denselben Zutaten, mit denen schon der erster Teil zum Erfolg wurde. Wieder gibt es zwei Tänzer aus unterschiedlichen Lagern, deren Beziehung zueinander das romantische Zentrum der Story bildet und für die (zugegebenermaßen wenig ergreifenden) emotionalen Momente sorgt. Und wieder verschmelzen die Tanzstile der beiden Protagonisten zu einer neuartigen Mischung, diesmal zu einer Streetdance-Salsa-Kombination, welche die durchtrainierten, glänzenden Luxusbodies besonders fordert und vor neue Herausforderungen stellt. Wie im Vorgänger schlüpften auch in „StreetDance 2 3D“ überwiegend ausgebildete Profitänzer in die Rollen der Streetdancer, die für beeindruckende und imposante Tanzeinlagen sorgen. An dieser Stelle punktet der Film: Die Tanzszenen sind eindrucksvoll, perfekt choreographiert, hübsch in Szene gesetzt (Nahaufnahmen, lange Einstellungen) und machen erneut den Reiz des Films aus. Der aus Leipzig stammende Hauptdarsteller Falk Hentschel etwa ist seit Jahren erfolgreicher Profitänzer, der auch schon mit Britney Spears und Mariah Carey auf der Bühne stand. Die weibliche Hauptdarstellerin Sofia Boutella ist eine aus Algerien stammende professionelle HipHop-Tänzerin, die bereits mit Madonna auf Tournee war.

Doch Hentschel und Boutella sind ebenso wenig gelernte Schauspieler wie der Großteil der Nebendarsteller und demzufolge auch kaum in der Lage, auf schauspielerischer Ebene zu überzeugen. Hentschel und Boutella (beide in ihrer ersten Hauptrolle) agieren steif und unnatürlich. Die sich langsam (und natürlich extrem vorsehbar) entwickelnde Liebebeziehung zwischen ihnen wirkt aufgesetzt und alles andere als authentisch. So richtig überzeugen die Beiden folglich auch nur dann, wenn sie das machen dürfen, was sie am Besten können: tanzen. Und nicht schauspielern. Zum Plot muss nicht mehr viel gesagt werden: er ist dünn, absehbar und ohne nennenswerte Neuerungen. Aber über diesen Aspekt wird die an fetzigen, akrobatischen Tanzszenen und attraktiven Darstellern interessierte Zielgruppe gerne hinwegsehen. Denn das bekommt sie geboten. Die 3D-Effekte hätte es jedoch – wie schon im ersten Teil – nicht gebraucht. Nur selten kommt die räumliche Tiefe hier so recht zu Geltung und in nur wenigen Szenen entfaltet die eingesetzte Technik ihre gewünschte Wirkung.

Fazit: „StreetDance 2 3D“ enttäuscht mit seiner vorhersehbaren Story vom Reißbrett sowie den steif und unnatürlich agierenden Hauptdarstellern. Wer jedoch seine Freude am ersten Teil hatte, könnte auch am Nachfolger gefallen finden, dessen spektakuläre und akrobatische Tanzszenen für eindrucksvolle Schauwerte sorgen.





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