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Jack Reacher - Plakat
Jack Reacher - Plakat
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Jack Reacher (2013)


Jack Reacher ist eine Kultfigur für Thriller-Fans. In insgesamt 17 Büchern hat der amerikanische Bestseller Autor Lee Child seinen Protagonisten bisher auftreten lassen und seine Fan-Gemeinde ist groß. Basierend auf dem neunten Buch "Sniper" beginnt nun die filmische Adaption der Reihe, die offensichtlich auf Fortsetzungen angelegt ist. Darauf deutet schon das Ende des Films von Christopher McQuarrie hin, das den Mythos Jack Reacher noch einmal untermauert.

Von Anfang an wird Jack Reacher als ein Mysterium eingeführt. Er war bei der Armee, ist danach spurlos verschwunden und es gibt kaum Hinweise auf seinen Aufenthalt oder sein Leben. Im Buch noch 1,95 Meter groß, stämmig und blond, wird er nun von Tom Cruise als deutlich athletischerer Typ gespielt. Gemeinsam ist ihnen das Streben nach Gerechtigkeit – wie immer diese auch aussehen mag. Jack Reacher ist der Typ des noblen Fremden, dem seine Prinzipien wichtiger sind als Regeln.

Als die Besetzung von Tom Cruise als Jack Reacher bekannt wurde, protestierten viele Fans gegen die geringe physische Ähnlichkeit. Aber es liegt nicht an ihr, dass der Film lediglich solide Thriller-Unterhaltung bietet. Vielmehr ist es Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarrie nicht gelungen, einen eigenen Ton oder Stil zu finden, die seinen Film aus der Masse ähnlicher Filme herausragen lassen.
Bildsprache und Ästhetik sind genregemäß, die Wendungen sind kaum überraschend, die Verfolgungsjagden allenfalls aufgrund der Autotypen auffällig und letztlich ist sogar den Kampfszenen anzusehen, dass hier die in den USA so wichtige Altersfreigabe PG-13 erreicht werden sollte.

Daneben vermag es auch Tom Cruise nicht, Jack Reacher ein eigenes Profil zu geben. Er spielt einen Rächer, der auch unliebsame Taten begeht, um der Gerechtigkeit genüge zu tun. Im besten Fall hätte er also dort begonnen, wo er in "Collateral" aufgehört hat. Stattdessen bleibt er bei den bekannten Gesten und Blicken, so dass er zu jeder Zeit auf der Leinwand einfach Tom Cruise ist. Dürften manche Tom-Cruise-Fans vielleicht Schwierigkeiten mit der Moral dieser Figur haben, dürfte den Jack-Reacher-Anhängern dessen Düsterheit fehlen. Auch Rosamund Pike bleibt als Barrs Anwältin Helen eindimensional. Sie übernimmt das Mandat vor allem, um ihrem Vater (wie immer gut: Richard Jenkins) – dem Staatsanwalt – einen vermeintlich sicheren Fall schwerer zu machen. Dafür riskiert sie ihre Karriere, allerdings wirkt sie zu keiner Zeit mutig oder kompromisslos. Vielmehr fügt sie sich allzu schnell in die Rolle der Frau an der Seite des Helden, die vor allem mit überrascht aufgerissenen Augen in die Kamera schaut. Werner Herzog als Bösewicht ist hingegen eine überraschende Besetzung, die einigen Charme besitzt.

Fazit: Insgesamt wäre mit einem temporeicheren Drehbuch und mehr Risikofreude sicherlich ein besserer Film möglich gewesen. So bleibt "Jack Reacher" ein handwerklich ordentlicher, aber konventioneller Thriller, der trotz einiger Längen unterhält.





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