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Der König der Löwen
Der König der Löwen
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Der König der Löwen (1994)


Ein Film, der für viele von uns Geschichte schrieb. Beinahe komplett handgezeichnet (nur wenige 3D-Modell-Vorlagen), entstand binnen fünf Jahren (von der Idee bis zur Veröffentlichung) ein episches Zeichentrick-Meisterwerk, welches noch heute (nach der gefühlt fünften Sichtung) eine wohlige Gänsehaut erzeugen kann und damit nichts von seiner Wirkung verloren hat. Im Gegenteil, hat es durch immer wiederkehrendes Hollywood-Einerlei doch noch eher dazugewonnen.

Dabei fing die Produktion 1989 alles andere als vielversprechend an. Nachdem man sich mit dem ersten Regisseur nicht über die Atmosphäre einige werden konnte, das Projekt anschließend vor der laufenden Produktion von "Pocahontas" etwas in den Hintergrund gedrängt wurde, es diversen Drehbuch-Änderungen unterlag, ist es der Motivation einiger hoffnungsvoller Disney-Mitarbeiter zu verdanken, dass der Film nicht in die Brüche ging. Zum Glück, denn ansonsten wären wir um ein emotionales und lebensbejahendes Werk ärmer.

Mal ganz abgesehen von der zwar einfach gehaltenen, aber wirkungsvollen Handlung um das Löwen-Baby Simba, seinen Vater Mufasa und dessen eifersüchtigen Bruder Scar, lässt sich für mich als Hobbyzeichner und Trickfilm-Fan vor dem zeichnerischen Gesamtkunstwerk nur neidisch der Hut ziehen. Die Musik von Elton John macht aus dem Werk zugleich ein unvergessliches Hör-Erlebnis, welches (so habe ich mir sagen lassen) nur von einem Besuch im Londoner Musical getoppt werden kann.

Ähnlich wie in Disneys "Dschungelbuch" finden sich auch hier interessante Sidekicks. War es damals noch Balu der Bär, der sein Lebensmotto "Probier's mal mit Gemütlichkeit" vor sich hinträllerte, ist es nun das ulkige Duo aus Wildschwein Pumba und Erdmännchen Timon, die mit "Hakuna Matata" Simbas Coming of Age fördern. Simba, Pumba, Nala, Mufasa, Scar, ... - Namen die Filmgeschichte schrieben und es nach Werken wie "Das Dschungelbuch" schwer hatten, aus dem Trickfilm-Genre herauszustechen. Ursprünglich als Misserfolg erwartet, sollte sich der Film aber als bis dato erfolgreichstes Werk des Disney Studios herausstellen. Nicht zuletzt, weil es sich hierbei allein der Technik wegen um einen Kunstfilm handelt, hinter dessen Animationen monate-, wenn nichts sogar jahrelange Zeichenarbeit steckt.

Zugegeben, die dargestellte Savannenidylle ist in erster Linie ein Traumgebilde, dass aber nicht zuletzt als Metapher für den gesamten Lebenszyklus steht. Tiere, die alle einem Löwen gehorchen, obwohl dieser sie eigentlich sofort reißen würde? Hierbei handelt es sich um die Fell gewordene Metapher für die unbeeinflussbare Entwicklung der Natur, die gesamte Evolution und den Respekt gegenüber dem, was die Erde zu bieten hat. Die eigene und andere Arten eingeschlossen. Obwohl der Film in Ansätzen eine Monarchie feiert, die den Löwen über alle anderen Tiere stellt und scheinbar ohne große Beschwerden funktioniert, ist diese kindlich naive Vorstellung nebensächlich und man vergisst nicht, bodenständig zu bleiben und auch die anderen Tiere aufzuführen, die leider viel zu selten ihren Weg in den Film finden.

Unverschämt gute Animation die gefälligst geschaut gehört - auch wenn der deutsche Titel die Thematik nicht ganz auf den Punkt bringt. Hakuna Matata!




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