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Fast & Furious 6 - Plakat
Fast & Furious 6 - Plakat
© Universal Pictures Germany

Kritik: Fast & Furious 6 (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nachdem der fünfte Teil des "The Fast and the Furious"-Franchises vor zwei Jahren einen sensationellen Erfolg an den Kinokassen feiern konnte und die Erwartungen von Universal bei weitem übertraf, war es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Kapitel der Reihe aufgeschlagen würde. Was 2001 mit einem Film über die Subkultur der illegalen Straßenrennszene in Los Angeles begann, ist mittlerweile ein global angelegtes Action-Spektakel. Schnelle und hoch gerüstete Autos sind zwar nach wie vor fester Bestandteil des Franchise-Universums, die Einsätze haben sich allerdings derart gesteigert, dass der Kerngedanke der verbotenen Autorennen nur noch am Rande eine Rolle spielt. "Fast & Furious 6" führt den eingeschlagenen Weg ohne Umschweife fort, indem er den Action-Gehalt, im Vergleich zum Vorgänger, noch einmal erhöht.

Das Herz des sechsten Teils bildet das überraschende Auftauchen von Letty Ortiz, die in "Fast & Furious – Neues Modell. Originalteile" vorgeblich zu Tode kam. Die Tatsache, dass Doms große Liebe lebt und sich nun einem skrupellosen Verbrecher angeschlossen hat, sowie die Aussicht auf eine Generalamnestie setzen die atemlose Handlung in Gang. Dom und seinen Freunden geht es in erster Linie darum, die Rennfamilie wieder zusammenzuführen und endlich ein normales Leben beginnen zu können. Der Zusammenhalt der Truppe und die familiären Bindungen werden wie in anderen Teilen auch ausgiebig beschworen. Dom will Letty um jeden Preis zurückgewinnen, auch wenn dies zunächst unmöglich erscheint. Immerhin leidet die junge Frau an einer Amnesie und kann sich an ihre früheren Weggefährten nicht erinnern.

Mit Lettys nur vermeintlichem Tod fügen die Macher Handlungsstränge aus der Vergangenheit der Reihe zusammen und heben die Geschichte auf eine neue Ebene. Dass sie dabei nie wirklich in die Tiefe gehen, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich will der Film sein PS-interessiertes Publikum nicht zum Denken anregen, sondern kurzweilig und spannend unterhalten. Was zählt, sind die atemberaubenden Action-Momente und Autostunts, die das Franchise so beliebt gemacht haben. Auch wenn Logik zwangsläufig eine untergeordnete Rolle spielt, ist es doch ärgerlich, dass der Film fast gänzlich auf Glaubwürdigkeit verzichtet, von der im Presseheft seltsamerweise immer wieder die Rede ist. Die halsbrecherischen Manöver sind ansprechend in Szene gesetzt, lassen aber jeglichen Bezug zu physikalischen Gesetzen vermissen. So sorgen die übermenschlichen Fähigkeiten der Protagonisten in manchen Momenten für unfreiwillige Komik.

Abgesehen von den gänzlich realitätsenthobenen Action-Sequenzen kann der Film auch in humortechnischer Hinsicht nur bedingt überzeugen. Während der notorisch unernste Roman mit seinen Scherzen für wohltuende Auflockerung sorgt, wirken die Sprüche der übrigen Fahrer zumeist arg bemüht. Insbesondere Vin Diesels Dominic Toretto zeichnet sich immer wieder durch erschreckend dämliche und bedeutungsschwanger aufgeladene Plattitüden aus. "Zeig‘ mir, wie du fährst, und ich sag‘ dir, wer du bist!" ist nur ein Beispiel für die behauptete Coolness und Schlagfertigkeit der Figuren, die in den meisten Fällen eher peinlich anmutet. Ein weiterer Schwachpunkt ist der unnötig ausufernde Umfang des Films. Mit 130 Minuten ist "Fast & Furious 6" eindeutig zu lang geraten. Die oberflächliche Geschichte kann nicht über zwei Stunden tragen und wird doch durch sinnfreie Action-Einlagen künstlich in die Länge gezogen.

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten, ist "Fast & Furious 6" vor allem am Ausbau der Reihen-Mythologie interessiert. Die Macher schaffen es dabei, den Action-Anteil noch einmal zu steigern, werfen Figurenzeichnung und Glaubwürdigkeit jedoch vollends über Bord. Was bleibt, ist eine bombastische, aber langatmige Materialschlacht.




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