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Kon-Tiki - Hauptplakat
Kon-Tiki - Hauptplakat
© DCM GmbH

Kritik: Kon-Tiki (2012)


Im Grunde genommen erzählen die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg in der bisher teuersten norwegischen Produktion "Kon-Tiki" von einer Reise, die das Leben von sechs Männern verändern – und einen zur einer Legende machen wird. Jahrelang hat Thor Heyerdahl (Pål Sverre Valheim Hagen) an einem Buch geschrieben, dass Südamerika als Ausgangspunkt der Entdeckung Polynesiens belegen soll. Diese Idee entstand, als er mit seiner Frau Liv (Agnes Kittelsen) auf einer Südsee-Insel lebte. Er hat weitere Beweise gefunden, dennoch will kein Verleger seine Arbeit herausbringen. Also beschließt er, denselben Weg zu bereisen, der bereits vor 1500 Jahren genutzt wurde. Mit dem Kühlschrankvertreter Hermann Watzinger (Anders Baasmo Christiansen), seinen Freunden Torstein Raaby (Jakob Oftebro), Knut Haugland (Tobias Santelmann) und Erik Hesselberg (Odd-Magnus Williamson) sowie dem schwedischen Wissenschaftler Bengt Danielsson (Gustaf Skarsgård) macht er sich auf eine abenteuerliche Reise, die die Männer an den Rand ihrer Existenz bringt.

In teilweise beeindruckenden Bildern erzählten die Regisseure von den Stationen der Reise. Von der Südsee-Insel über New York und Peru führt die Geschichte auf ein Floß, das nur aus den Materialien besteht, die bereits vor 1500 Jahren existierten. Die Männer sehen sich allerhand Gefahren ausgesetzt: Es gibt Haie, Stürme und oftmals zweifeln sie, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Einzig Thor Heyerdahl zeigt ein unbeirrbares Selbstvertrauen. In diesen Szenen überzeugt vor allem das Produktionsdesign, das vergangene Zeiten und Orte lebendig und die mitunter eindrucksvollen Naturerlebnisse deutlich werden lässt. Zudem ist die Kameraarbeit von Geir Hartly Andreassen hervorzuheben, die eine teilweise bedrohliche Nähe zur Natur spürbar macht.

Als Abenteuerfilm bietet "Kon-Tiki" daher ein unterhaltsames Kinoerlebnis. Leider wird darüber hinaus aber die psychologische Tiefe des Films vernachlässigt, so dass die Männer auf dem Floß zwar alle eine Vorgeschichte haben, sie aber mehr der historischen Genauigkeit denn Charakterisierung dient. Auch das Konfliktpotential dieser beengten Situation wird vom Drehbuch nicht weiter ausgearbeitet. Gegen diese Oberflächlichkeit können auch die guten Schauspieler nur wenig ausrichten. Sie überzeugen allesamt – und insbesondere Hauptdarsteller Pål Sverre Valheim Hagen – mit einer großen physischen Ähnlichkeit mit den historischen Reisenden und tragen somit zu dem guten optischen Gesamteindruck des Films bei. Daher bietet "Kon-Tiki" vor allem unterhaltsame Schauwerte und Einblicke in eine legendäre Expedition.

Fazit: "Kon-Tiki" ist ein unterhaltsamer Abenteuerfilm aus Norwegen, der einer legendären Expedition ein beeindruckend bebildertes Denkmal setzt.





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