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The Grandmaster - Plakat
The Grandmaster - Plakat
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: The Grandmaster (2013)


Mit diesem Kung Fu-Film meldet sich der chinesische Regisseur Wong Kar Wai nach fünf Jahren wieder zurück auf die Kinoleinwand. Ganze drei Jahre wurde gedreht und das Resultat kann sich sehen lassen. In seinem Film beschreibt Wong Kar Wai vordergründig die martial art (Kampfkunst) des Kung Fu. Dabei zeigt er nicht nur beeindruckende Kampfszenen, deren professionelle filmische Darstellung sein Können als Regisseur beweist. Er beleuchtet auch die Philosophie dieser Kampfkunst, welche untrennbar mit der physischen Komponente verbunden ist.
Der Film behandelt das Leben Ip Mans (Tony Leung), einst Lehrmeister Bruce Lees, in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in China. Den Hintergrund bilden dabei die historischen Geschehnisse der zerfallenden Monarchie, des Bürgerkrieges, der japanischen Besatzung und letztlich die Exilbewegung nach Hong Kong. Und so wird mit viel Pathos eine Geschichte über Ehre, Stolz und Rache mit einer gehörigen Portion subtilen Patriotismus erzählt. Das ist dann auch eine Schwachstelle des Films. Die Rollen der "Guten" und der "Bösen" sind klar definiert und die Handlung ist vorhersehbar. Die Tradition ist ein tragendes Element der Handlung und man meint eine Sehnsucht nach den "Alten Zeiten" zu erkennen. So mutet es fast schon gewagt an, dass Gong Er (Ziyi Zhang) als Tochter eines Großmeisters nur aufgrund ihres Geschlechts nicht seine Nachfolgerin werden kann. Sie ist es dann allerdings, die den Kollaborateur mit den Japanern und Mörder ihres Vaters im Showdown zur Rechenschaft zieht. So werden die altwürdigen Großmeister als Einheitsbringer dargestellt und Ip Man erscheint tadellos. Ein paar Ecken und Kanten hätten dem Film diesbezüglich gut gestanden. Die vielen metapherreichen Weisheiten, die den Film dominieren, sind für die Ohren des hiesigen Publikums vielleicht gewöhnungsbedürftig, wohl aber dem kulturellen Hintergrund geschuldet.
Alles in allem ist Wong Kar Wai jedoch ein guter Film gelungen. Die faszinierenden Kampfszenen tragen Elemente der chinesischen martial art-Filme, wirken aber realistischer und sind Dank Zeitlupe auch in ihrem Fluss erkennbar. Die Auswahl der Schauspieler ist gelungen und so beeindrucken nicht nur Tony Leung und Ziyi Zhang, sondern auch Song Hye Kyo als Ip Mans Frau.

Fazit: Kultregisseur Wong Kar Wai beeindruckt in seinem Action-Drama mit viel gut dargestellter Kung Fu-Kunst und imposanten Bildern. Die Handlung bietet leider wenig Spannung und bewegt sich in stereotypen Mustern.




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