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Jack Ryan: Shadow Recruit
Jack Ryan: Shadow Recruit
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Jack Ryan: Shadow Recruit (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Jack Ryan: Shadow Recruit" ist der bereits fünfte Teil der losen Jack-Ryan-Reihe, die 1990 mit dem Film "Jagd auf Roter Oktober" angefangen hatte. Jack Ryan soll einen modernen Actionhelden verkörpern, der nicht nur monogam lebt, sondern auch mehr auf Brain-Power, als auf rohe Faustkraft setzt. Nach klassischen Kategorien ist dieser Jack also ein recht langweiliger Nerd und deshalb mit dem vollkommen charismafreien Chris Pine ("Unstoppable", 2010) perfekt besetzt. Jack Ryan jongliert zudem in einer reichlich abstrakten Datenwelt, die für einen konventionellen Actionkracher prinzipiell nicht so viel Schauwerte hergibt. Folglich benötigt der Film zwecks Erdung ein paar alte Feinbilder und einen Antagonisten, der umso körperlicher und animalischer ist. Deshalb sind in diesem oberflächlich so modernen Thriller mal wieder die Russen die Bösen. Denn was in einem James Bond Film vor 30 oder sogar 50 Jahren einmal funktioniert hat, das wird hoffentlich auch über 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges weiterhin funktionieren...

Die Rolle des bösen Russen Viktor Cherevin hat Regisseur Kenneth Branagh gleich selbst übernommen, womit sich bereits andeutet, dass auch der Macher dieses Films den Antagonisten wahrscheinlich wesentlich kerniger, als den Langeweiler Jack findet. Der erste Auftritt von Victor Cherevin gehört zu den großen Highlights ungewollter Komik, welche diesen ansonsten so durchschnittlichen Action-Film doch sehr bereichern: Da sitzt der große Oligarch ganz finster dreinschauend in seinem luxuriösem Büro und lässt sich vom einem seiner Bediensteten eine Spritze setzen. Deutlich sieht man an Cherevins entblößtem Unterarm seine Russenmafia-Gefängnistattoos, die einen netten Kontrast zu seinem schicken Anzug bilden. Doch anscheinend sticht der Angestellte daneben, weshalb ihn sein Chef erst einmal zünftig auf dem Boden zusammentritt, bevor er sich selbst die Spritze in die Vene jagt. Später erfährt man, dass es sich bei dem Inhalt besagter Spritze keineswegs um Rauschgift, sondern um ein Medikament handelt. Genauer gesagt ist es ein Mittel gegen Leberzirrhose, denn Wodka ist eines von Cherevins drei fatalen Lastern...

Ansonsten bietet "Jack Ryan: Shadow Recruit" eine Menge Actionszenen, wie sie sich bereits in unzähligen ähnlichen US-Blockbustern bewährt haben. Das tut nicht unbedingt weh, bringt aber auch nichts, was man nicht schon kennt. Es sollte allerdings erwähnt werden, dass Regisseur Kenneth Branagh ("Thor", 2011) gerade die Actionsequenzen auf eine ganz spezielle Weise gefilmt hat. Eine komplexe und gut choreografierte Actionszene ist bekanntermaßen eine Kunst für sich, in der sich der wahre Meister seines Faches zeigt. Zu diesen gehören Regie-Giganten wie Martin Scorsese, Brian De Palma oder Michel Mann. Kenneth Branagh gehört jedoch eindeutig nicht hierzu. Genaugenommen hat er offensichtlich überhaupt keine Ahnung, wie er Action darstellen soll. Also ruckelt er einfach wild mit der Kamera in der Gegend herum und zerhackt das Ergebnis anschließend beim Schnitt in kleine Bildschnipsel, die so schnell remontiert werden, dass man möglichst wenig erkennt - also auch nicht erkennt, welcher Stümper hier gerade am Pfuschen war.

Fazit: "Jack Ryan: Shadow Recruit" ist ein recht lieblos gemachter Blockbuster von der Stange, der nur besonders hartgesottenen Action-Fans empfohlen werden kann.





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