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Song für Marion - Hauptplakat
Song für Marion - Hauptplakat
© Ascot © 24 Bilder

Kritik: Song für Marion (2012)


Dem britischen Autor und Regisseur Paul Andrew Williams gelingt mit "Song für Marion" eine zärtliche Tragikomödie über einen verbitterten alten Mann, der durch einen Gemeindechor und die hinreißende Chorleiterin wieder zu neuem Lebensmut gelangt und sich so langsam seinem entfremdeten Sohn wieder annähert. Der warmherzige Film kommt dabei gänzlich ohne falsche Sentimentalitäten und Kitsch aus und könnte dafür sorgen, dass Williams damit der internationale Durchbruch gelingt. Seine bisherigen Filme wie z.B. "London to Brighton" (2006) oder auch "The Cottage" (2008) schafften es in Deutschland nicht in die Kinos sondern erschienen hierzulande direkt auf DVD. Laut Williams sei die Geschichte des Films zu weiten Teilen von seinen Großeltern und ihrer Liebe zueinander inspiriert.

Regisseur Williams erzählt mit seiner kraftvollen Tragikomödie "Song für Marion" eine Geschichte über das Leben und den Tod, über uneingeschränkte Liebe und schließlich auch über die heilenden Kräfte der Musik. Im Mittelpunkt der Handlung steht das grundverschiedene Rentner-Ehepaar James und Marion. Marion strotzt vor Lebensfreude und Energie und das, obwohl sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Mit Leidenschaft frönt sie ihrem größten Hobby: dem allwöchentlichen Singen im örtlichen Gemeindechor mit anderen musikalischen Senioren. James hingegen ist zumeist mies gelaunt, grimmig und kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was Marion am Singen und dem Chor findet. Dennoch würde er alles für seine geliebte Frau tun. Der engagierten Chorleiterin Elizabeth gelingt mit ihren unkonventionellen Methoden bald das Unmögliche: sie schafft es, dass sich Arthur mehr und mehr für den Chor und die anderen Mitglieder öffnet.

Das Besondere an "Song für Marion" sind seine kauzigen Protagonisten und die feine Figurenzeichnung von Regisseur Williams, die dafür sorgt, dass die drei Hauptfiguren des Films (Arthur, Marion, Elizabeth) glaubhaft erscheinen und beim Zuschauer Mitgefühl und Sympathie hervorrufen. Vanessa Redgrave, eine der Leading Ladies des britischen Films, Charakterdarsteller Terence Stamp und Bond-Girl Gemma Arterton harmonieren perfekt miteinander und tragen den Film über weite Strecken. Gekonnt ist zudem das von Williams zelebrierte Wechselspiel zwischen Tragik und Komik. Trotz der vielen ernsten Töne und schwierigen Themen, die der Film anschneidet (der Kampf gegen eine tödliche Krankheit, Streitigkeiten und Entfremdung zwischen Familienmitgliedern) sorgt der typische, trockene britische Humor dafür, dass auch immer wieder herzhaft gelacht werden darf. Nach dem Film verlässt man das Kino in jedem Fall mit einer positiven Grundstimmung - und manch einem Zuschauer dürfte es schwer fallen, sich am Ende beim großen Auftritt von Arthur jegliche Tränen zu verkneifen.

Fazit: "Song for Marion" ist eine warmherzige Tragikomödie mit feiner Charakterzeichnung über das Leben, den Tod und die wunderbare Kraft der Musik.





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