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Ich - Einfach Unverbesserlich 2 (3D)
Ich - Einfach Unverbesserlich 2 (3D)
© Universal Pictures Germany

Kritik: Ich - Einfach Unverbesserlich 2 (3D) (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach dem durchschlagenden Erfolg von "Ich – Einfach unverbesserlich" – der Film spielte weltweit über 540 Millionen Dollar ein – war es nur eine Frage der Zeit, bis das Team rund um Produzent Chris Meledandri die Arbeit an einer Fortsetzung aufnehmen würde. Drei Jahre nach dem ersten Teil kommt nun der mit Spannung erwartete Nachfolger in die Kinos. Der gegen Ende des Vorgängers deutlich hervortretende Wandel des Schurken Gru wird dabei konsequent fortgeführt.

Der früher stets misslaunige und kriminell veranlagte Protagonist ist nun vor allem eins: ein liebevoller und fürsorglicher Vater, der nichts auf seine drei Adoptivtöchter kommen lässt. Das äußert sich schon zu Beginn des Films, als er für die zuckersüße Agnes eine große Geburtstagsparty organisiert und aus der Fassung gerät, nachdem er erfahren muss, dass eine fest als Prinzessin eingeplante Darstellerin nicht erscheinen kann. Um Agnes eine Enttäuschung zu ersparen, schlüpft der unförmige Gru selbst in ein rosafarbenes Kostüm, was für reichlich Situationskomik sorgt.

Das Thema "Familie" spielt auch auf anderer Ebene eine Rolle. So versuchen die drei Mädchen, ihren Adoptivvater für eine Frau zu begeistern, da sie sich unbedingt eine Mutter wünschen. Durch kurze Rückblenden in Grus Kindheit wird jedoch deutlich, dass er gerade in diesem Punkt mit einem tiefsitzenden Trauma zu kämpfen hat. Dass die zunächst überdreht erscheinende Lucy Gru bei der Überwindung seiner Unsicherheit gegenüber Frauen helfen kann, ist schon früh ersichtlich. Zu einem Eingeständnis seiner Gefühle kommt es freilich aber erst im Verlauf der Ereignisse. Leider – so muss man sagen – werden die familiären Aspekte und Anspielungen insgesamt zu selten tiefergehend beleuchtet, weshalb sich der überwältigende Charme des ersten Teils nicht gleichwertig reproduzieren lässt.

Der visuell bisweilen atemberaubend in Szene gesetzte Hauptstrang des Films wird recht zügig vorangetrieben und weiß mit einigen schönen Ideen aufzuwarten. Dass Gru und Lucy den neuen Superschurken in einer Mall suchen, die den US-typischen Hang zu künstlich geschaffenen Konsumwelten repräsentiert, ist durchaus ironisch zu verstehen. Nicht umsonst nutzt der ultimative Bösewicht eben diese artifizielle Fassade, um von seinen bösen Absichten abzulenken. Gegen Ende gerät die rasante und wendungsreiche Geschichte kurzzeitig aus der Spur, als eine Figur, die entscheidend zur Vereitlung der Schurkentat beiträgt, einen allzu plötzlichen Sinneswandel vollzieht. Entschädigt wird der Zuschauer dann allerdings mit einer äußerst amüsanten Musikeinlage, die den Film beschließt und an der die schon im ersten Teil liebvoll-komisch gestalteten Minions maßgeblich beteiligt sind.

Überhaupt sind Grus treu ergebene, aber ebenso chaotische gelbe Helferlein einmal mehr die heimlichen Stars. Mit ihrem oft waghalsigen und tollpatschigen Verhalten sind sie für die witzigsten Szenen verantwortlich. Erwähnt sei hier zum Beispiel eine halsbrecherische Autofahrt quer durch die Mall, bei der die beiden lenkenden Minions eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Fazit: Auch wenn "Ich – Einfach unverbesserlich 2" nicht an den Charme und die Vielschichtigkeit seines Vorgängers heranreicht, bietet das Animationsabenteuer doch witzige und abwechslungsreiche Unterhaltung, die visuell ansprechend dargeboten wird.




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