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Epic - Verborgenes Königreich
Epic - Verborgenes Königreich
© 20th Century Fox

Kritik: Epic - Verborgenes Königreich (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Wald als Ort des Geheimnisvollen, als Mittelpunkt undurchschaubarer Kräfte hat in der Kulturgeschichte eine lange Tradition. Schon die unzähligen Volksmärchen legen davon umfassendes Zeugnis ab. Einen neuen Blick in das Faszinosum des Waldes wirft nun das Team rund um Regisseur Chris Wedge, das unter anderem für Kinoerfolge wie das "Ice Age"-Franchise verantwortlich zeichnet. Was wir immer schon geahnt haben, wird in ihrem neuen Animationsabenteuer "Epic – Verborgenes Königreich" Gewissheit: Der Wald lebt. Die Welt, in die der Zuschauer hier entführt wird, ist ein farbenfroher und detailreich gestalteter Mikrokosmos, in dem sich alle Pflanzen der erhabenen Königin des Waldes zuwenden, wenn sie an ihnen vorbeischreitet, Kolibris als Fortbewegungsmittel für die Leafmen, die Hüter des Friedens, dienen und jedes noch so unbedeutende Ereignis auf einer Schriftrolle festgehalten wird. Die Macher haben sich allerhand einfallen lassen, um dieses für den Menschen verborgene Reich ansprechend auf die Leinwand zu bringen.

Die Idee einer zweiten Dimension des Waldes dient vor allem als Hintergrund, vor dem der im Titel angedeutete epische Kampf zwischen den Mächten des Guten und des Bösen ausgetragen wird. Wie nicht anders zu erwarten, ist es mit MK ausgerechnet die Zweiflerin, die durch eine Reihe von Zufällen regelrecht in die abenteuerliche Geschichte hineinstolpert und eine tragende Rolle übernimmt. Gerade sie, die ihren Vater für einen Spinner hält, muss am eigenen Leib erfahren, wie real das verborgene Königreich ist. Mit MKs unfreiwilligem Eintauchen in die verzauberte Welt des Waldes wächst sich das Animationsabenteuer mehr und mehr zu einer rasanten Action-Achterbahnfahrt aus. Turbulente Kampfszenen, Flugsequenzen, Flucht- und Befreiungsversuche bestimmen das Geschehen, wobei die Filmemacher die Möglichkeiten des 3-D-Effektes geschickt ausnutzen und so eine Reihe, im wahrsten Sinne des Wortes, atemberaubender Bilder erschaffen. Die erzählerische Ausgewogenheit bleibt bei all der Dramatik und Opulenz jedoch zu oft auf der Strecke. Ruhige, entspannende Momente als Gegengewicht zu den actionlastigen und laut plärrenden Erzählabschnitten sind leider nur spärlich gesät. Im Gegensatz zu anderen Animationsfilmen kann so ein inhaltlicher Mehrwert nur selten zum Vorschein kommen.

Komische Akzente setzen nicht nur der dreibeinige Mops Ozzy oder MKs vom Forscherdrang getriebener Vater. Auch die beiden Schnecken Mub und Grub fallen mehrfach als lustige Sidekicks auf. Das humoristische Potenzial, das der Unterschied zwischen der Welt der Menschen und dem Reich des Waldvolkes eigentlich bietet, wird nur in den Momenten voll ausgeschöpft, als die geschrumpfte MK mit ihrem Vater zu kommunizieren versucht. Da die Menschen viel langsamer und schwerfälliger sind, spricht Professor Bomba hier mit einer grotesk verzerrten Stimme, die im Publikum für so manchen Lacher sorgen wird. Darüber hinaus bietet der Film angesichts seiner aktionsbetonten Heldengeschichte aber nur wenig Raum für eine Gegenüberstellung der beiden grundverschiedenen Welten.

Fazit: "Epic – Verborgenes Königreich" weiß mit aufwendig gestalteten Animationsbildern und ausgeklügelten 3-D-Effekten zu überzeugen, artet bisweilen aber in ein allzu oberflächliches Action-Spektakel aus.





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