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Spieltrieb - Hauptplakat
Spieltrieb - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: Spieltrieb (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Filmemacher Georg Schnitzler, der mit seinen von der Kritik und vom Publikum gefeierten Werken "Soloalbum" und "Die Wolke" Berühmtheit erlangte, gelingt mit "Spieltrieb" ein ausgeklügelter, provokanter Film, der Fragen nach der Moral aufwirft und Themen wie Machtmissbrauch und menschliche Manipulation ins Zentrum rückt. "Spieltrieb" beruht auf dem gleichnamigen, von der Juristin Juli Zeh ("Schilf") verfassten philosophischen Teenie-Roman, der sich allein in Deutschland mehr als 400.000-mal verkaufte. Mit altgedienten deutschen Charakter-Darstellern wie Maximilian Brückner, Sophie von Kessel oder Richy Müller, kommt "Spieltrieb" als stark besetztes Thriller-Drama daher. Aber es sind vor allem die beiden Jungdarsteller Michelle Barthel und Jannik Schümann, die hier voll überzeugen können und den Film sehenswert machen.
Ebenso wie in dem provokanten, hintersinnigen Roman von Juli Zeh geht es Regisseur Schnitzler auch in seiner filmischen Adaption um die zentralen Themen Außenseiterum, Manipulation sowie Liebe und Sex als Mittel zur Erpressung. Jeder Zuschauer muss sich dabei selbst die Frage stellen, wie weit er in dem perfiden Spiel gehen würde und wann die Grenzen der Moral erreicht sind. Fest steht, dass man sich dem ebenso erotisch-anziehenden wie perfiden Psycho-Spiel der beiden Außenseiter Ada und Alev nicht entziehen kann. Als Zuschauer verfolgt man gebannt deren heimtückischen Ideen und die neuesten Entwicklungen in diesem abgründigen Seelen-Striptease und Sex-Sog, in den nicht nur Ada und Alev, sondern bald auch der Sportlehrer Smutek hineingezogen werden.
Mitreißend ist zudem das Spiel der beiden jungen Hauptdarsteller geraten. Michelle Barthel spielt ein verlorenes, verwirrtes aber ungemein intelligentes Mädchen, das sich für einen Jungen Hals über Kopf und ohne die Risiken abzustecken ins Unglück stürzt. Jannik Schümann könnte mit seiner diabolischen Präsenz und dem außerordentlichen Charisma gar als Belzebub persönlich durchgehen, der in der unter emotionaler Verwirrung leidenden Ada ein perfektes Opfer gefunden hat, das sich auf das fiese Treiben um die ominöse "Spieltheorie" einlässt.

Fazit: Mit zwei charismatischen, stark aufspielenden Hauptdarstellern besetzt, entwickelt die Verfilmung des Bestseller-Romans "Spieltrieb" einen ähnlich mitreißenden Sog wie das provokant-erotische Buch von Juli Zeh. 4 Sterne




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