VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: The Gambler (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"The Gambler" ist das Remake des gleichnamigen US-amerikanischen Originalfilms, der 1974 unter dem Titel "Spieler ohne Skrupel" in die deutschen Kinos kam. Damals spielte James Caan ("Der Pate") die Hauptrolle des chronischen Pechvogels und Pleitegeiers. Für das Remake, das von Rupert Wyatt ("Planet der Affen: Prevolution") inszeniert wurde, konnte Mark Wahlberg gewonnen werden, der in den vergangen Jahren vor allem mit furiosen Action-Rollen für Furore sorgte ("Lone Survivor", "2 Guns" u.a.). Im einnehmenden, düsteren Zocker-Drama "The Gambler" agiert Wahlberg zurückhaltender denn je und zeigt vermutlich eine der stärksten schauspielerischen Leistungen seiner Karriere.

Mark Wahlberg zeigt hier zum ersten Mal seit langer Zeit einmal nicht den durch explosive Action-Sequenzen hetzenden Cop oder Kriegshelden, sondern agiert diskret und unaufdringlich in der Rolle eines nicht gerade sympathischen, schwer einzuschätzenden Protagonisten. "The Gambler" macht es dem Zuschauer nicht einfach, sich in einen Mann hineinzuversetzen, der mehr Zeit im Spielcasino verbringt als in der Uni und kaum emotionale Regungen zeigt. Ihm scheint alles gleichgültig zu sein, egal ob er gerade dabei ist, sich in den finanziellen Ruin zu stürzen oder kurz davor steht, seinen Anstellung an der Uni zu verlieren. Wahlberg zeigt als brüsker, ungeselliger und introvertierter Jim Bennett die vielleicht beste Leistung seit seiner Rolle des Staff Sgt. Bryce Dignam in Scorseses "Departed" (2006).

Zwei weitere Aspekte sind für das Gelingen des Remakes "The Gambler" verantwortlich: der Film ist bis in die noch so unbedeutende Nebenrolle hochkarätig und passend besetzt, von der resolut aufspielenden Jessica Lange als Bennetts Mutter bis zu George Kennedy als gutherziger Großvater. Desweiteren sorgt der energetische Soundtrack des Films für eine fiebrige, fast atemlose Spannung, und das, obwohl im Film letztlich so sonderlich viel nicht passiert und das Werk immer wieder auch mit inhaltlichem Leerlauf zu kämpfen hat. Die von Regisseur Wyatt jedoch glänzend platzierten Musikstücke, die etwa von M83, Billy Bragg und der Britpop-Legende Pulp stammen, sorgen für eine düstere, unheilvolle Stimmung.

Fazit: Bis in die Nebenrolle namhaft besetztes, mit einem brillanten Soundtrack ausstaffiertes Edel-Drama mit einem überragenden Mark Wahlberg als spielsüchtiger Pleitegeier.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.