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The Finest Hours
The Finest Hours
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: The Finest Hours (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Während die Animationsfilme aus dem Hause Walt Disney heute fast ausnahmslos als Klassiker gelten und immer wieder Pionierarbeit für das Kino geleistet haben, zählen die Realfilme, die die Disney-Studios seit den 1950ern herstellen, oft eher als Massenware. Von den zahlreichen an ein junges Publikum adressierten Abenteuerfilmen hat kaum eine einen bleibenden Eindruck einlassen, lediglich einige Produktionen wie etwa die Jules-Verne-Verfilmung "20.000 Meilen unter dem Meer" (1954) konnten sich dank bunter Effekte über die Jahrzehnte zum Kultfilm mausern.

Ganz in der Tradition dieser kommerziell meist erfolgreichen, aber künstlerisch nicht sonderlich anspruchsvollen Filme erzählt nun auch "The Finest Hours"nach dem Tatsachenroman von Michael J.Tougias und Casey Sherman eine klassische Abenteuergeschichte um einen jungen, tugendhaften Helden. Der geradlinige, in den 1950ern angesiedelte Plot und die klare Figurenzeichnung wirken dabei fast schon altmodisch und verzichten auf die im zeitgenössischen Kino zur Selbstverständlichkeit gewordenen ironischen Brechungen und postmodernen Reflexionen.

In technischer Hinsicht hat "The Finest Hours" die 50er allerdings lange hinter sich gelassen: Die rasante Inszenierung durch den australischen Regisseur Craig Gillespie ("Fright Night", 2011), aufwendige Computereffekte sowie Stars wie Chris Pine, Eric Bana und Casey Affleck sprechen ganz die Sprache des modernen Blockbusters. Hierbei setzt das Abenteuer allerdings zu sehr auf Bombast und Spektakel und vergisst dabei die für ein Drama so wichtigen Zwischentöne. Während die Wucht aus Sound und Bildern das Publikum geradezu erschlägt, herrscht emotional eher Flaute.

Fazit: Trotz aufwendiger Effekte und einer rasanten Inszenierung wirkt "The Finest Hours" aufgrund seines geradlinigen Plots und der simplen Figurenzeichnung beinahe altmodisch. Während die visuelle Gestaltung durchaus eindrucksvoll geraten ist und die Wucht der Bilder sowie der pathetische Soundtrack das Publikum geradezu erschlagen, mangelt es der Geschichte leider an emotionalen Zwischentönen und Tiefgang.





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