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Quartett - Poster
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© DCM GmbH

Kritik: Quartett (2012)


Mit seinem Regiedebüt zeigt Dustin Hoffman, dass er nicht nur vor der Kamera brillieren kann. Mit viel Einfühlungsvermögen und einer erstaunlich guten Portion britischen Humors ist ihm mit „Quartett“ ein Meisterstück gelungen.
Die Handlung ist in der Seniorenresidenz „Beecham House“ angesiedelt, eingebettet in einen wundervollen englischen Park. Hier verleben betagte Opernsänger und ehemals große Orchestermusiker ihren Lebensabend auf ihre ganz eigene Art und Weise. Die Liebe zu Musik, zu stürmischem Applaus und zu bühnenreifen Auftritten dominiert das Denken und Fühlen der Bewohner. Und so fiebern sie auch der jährlichen Gala zu Ehren Giuseppe Verdis Geburtstag entgegen.
Der Film, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ronald Harwood, behandelt das Altern in einer humoristischen Weise, ohne ins Alberne abzugleiten. Die Konfitüre auf dem Frühstückstisch kann da schon mal zu einem mittleren Drama führen. Und Michael Gambon als Cederic Livingston generiert sich als unerbittlicher Regisseur der bevorstehenden Gala, der auch den kleinsten Fehler nicht zu verzeihen mag. Gleichzeitig thematisiert der Film Vergänglichkeit, die des Ruhmes wie auch die des Körpers. So ist bei der sonst noch sehr mädchenhaft daherkommenden Cissy (Pauline Collins) eine fortschreitende Demenz zu beobachten und auch die divenhafte Jean (Maggie Smith) bemerkt in unbeobachteten Momenten ihre zunehmenden Schwächen. Das Schwelgen in der ruhmreichen Vergangenheit steht gerade bei Jean im unübersehbaren Kontrast mit der gegenwärtigen Situation in der Residenz. Als zuletzt Hinzugekommene versucht sie den Anschluss zur Gemeinschaft zu vermeiden und sich ganz ihrem Selbstmitleid hinzugeben.
Was tun, wenn man nicht mehr gebraucht wird oder dies zumindest meint? Dieser Thematik nimmt sich Hoffman an, der es am eigenen Leib erfahren musste. Nach den Jahren seiner großen Erfolge, musste er sich mit immer kleineren Rollen zufrieden geben und erkennen, dass Arbeit für alternde Schauspieler zunehmend schwerer zu bekommen war. So konnte er sich als Regisseur offensichtlich gut in die Charaktere hineinversetzen. Dieses Feingefühl prägt den Film. Die Starbesetzung mit britischen Schauspielern tut ihr Übriges dazu, diesen Film jetzt schon als ein Highlight des Kinojahres 2013 zu nennen.
Fazit: Mit einem guten Schuss britischen Humors ist es Dustin Hoffman in seinem Regiedebüt gelungen, einen mitfühlenden Film über das Altern zu drehen. Starke Schauspieler und die gelungene musikalische Begleitung empfehlen diesen Film nicht nur der Generation sechzig plus.





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