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After Earth - Hauptplakat
After Earth - Hauptplakat
© Sony Pictures

Kritik: After Earth (2013)


Mit dem Science-Fiction-Actioner "After Earth" verwirklichte die Familie Smith ihr bereits lange geplantes Familienprojekt. Nicht nur, dass Will Smith gemeinsam mit seinem Sohn Jaden die Hauptrollen ausfüllt. Vater Smith hatte auch die Idee zum Film, die von Gary Whitta ("The Book of Eli") und Stephen Gaghan ("Syriana") zu einem Drehbuch entwickelt wurde. Das ist noch nicht alles: Auch Mutter Jada Pinkett Smith hat hier ihre Finger im Spiel. Sie agierte als ausführende Produzentin. Regie bei diesem bildgewaltigen Blockbuster (Budget: 130 Millionen Dollar) führte das ehemalige Regie-Wunderkind M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense", "Unbreakable"), der durchaus routiniert inszeniert und jegliche Erwartungen an massentaugliches Popcorn-Kino erfüllt. Aufgrund der Vielzahl seiner Themen und Ideen kommt der Film aber auch ein wenig unausgegoren daher. Zudem hinterlassen die Ähnlichkeiten von "After Earth" zur Symbolik und den Lehren der Scientology-Sekte sowie die begrenzten schauspielerischen Fähigkeiten des jungen Helden einen faden Beigeschmack. Möglicherweise die drei entscheidenden Gründe, weshalb der Film in den USA floppte.

Zunächst einmal macht Regisseur Shyamalan auf inszenatorischer Ebene nicht allzu viel falsch. Die Story wird temporeich und effektvoll vorangetrieben, alles steuert konsequent und spannend auf den unausweichlichen finalen Showdown zu. Mit 100 Minuten Laufzeit ist der Film keine Minuten zu lang geraten und Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Shyamalan garniert seinen Film zudem mit opulenten Bilderwelten einer zerstörten, post-apokalyptischen Erde und einer gelungenen technischen Umsetzung, die den Zuschauer in regelmäßiges Staunen versetzt. "After Earth" besticht durch seine erlesene Optik und die prachtvollen visuellen Effekte. Weniger überzeugen kann der Film auf schauspielerischer Ebene: Sowohl Will Smith als auch Sohnemann Jaden üben sich fleißig in ausdruckslosem, fast gelangweiltem Spiel inklusive Minimalmimik. Ärgerlich ist auch, dass der Film zwar viele Themen und Inhalte anschneidet, keine aber so richtig bis zum Ende verfolgt und befriedigend zu Ende denkt: Weder das Familiäre (Vater-Sohn-Konflikt) oder die Überwindung von Angst und negativen Gefühlen, noch die ökologische Botschaft oder der Kampf gegen die Ursa. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Hauptärgernis sind jedoch die zahlreichen Anspielungen und Verweise auf das Gedankengut und die Ansätze von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard, mit dessen Sekte Will Smith regelmäßig in Verbindung gebracht wird. So ist z.B. jene, aus der Scientology-Lehre bekannte Idee, die Angst zu überwinden und Gefühle jeglicher Art zu unterdrücken, um als Mensch besser zu "funktionieren", ein zentrales, immer wieder auftauchendes Element des Films. Hinzu kommt, dass das am häufigsten zu sehende PR-Foto Kitai Raige vor der Kulisse eines aktiven Vulkans zeigt. Dieses Motiv ist auch auf dem Werk "Dianetics" des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard zu sehen.

Fazit: Opulent bebildertes, mit starken Effekten ausgestattetes Popcorn-Kino für die Massen, dessen versteckte Scientology-Verweise und –Botschaften negativ aufstoßen.





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