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Beste Chance
Beste Chance
© 20th Century Fox © Majestic Filmverleih GmbH

Kritik: Beste Chance (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Beste Chance" beschließt der vom Tegernsee stammende bayerische Filmemacher Marcus H. Rosenmüller seine "Heimat"-Trilogie. Der Film ist nach "Beste Zeit" und "Beste Gegend" der dritte Film, der das Leben und Leiden der beiden Freundinnen Kati und Jo in den Mittelpunkt rückt. Der zweite Teil, "Beste Gegend", in dem sich Kati und Jo auf eine abenteuerliche Reise nach Südtirol aufmachten, liegt bereits sechs Jahre zurück. Die vielen Jahre, die inzwischen ins Land gezogen sind, haben "Beste Chance" durchaus gut getan: nicht nur Regisseur Rosenmüller hat sich weiter entwickelt und ist reifer geworden, sondern auch seine beiden Protagonistinnen, die sich wieder einmal als ideale Identifikationsfiguren erweisen. Wie seine beiden Vorgänger ist "Beste Chance" ein wohlig-gemütlicher, mit viel Lokalkolorit ausstaffierter Heimatfilm mit stillem Witz und den alt bekannten, sympathischen Figuren geworden.

Standen im ersten Film der Reihe die üblichen und doch immer wieder schwer zu bekämpfenden, großen und kleinen Dramen der Pubertät und Schulzeit im Mittelpunkt und legte "Beste Gegend" seinen erzählerischen Schwerpunkt auf die Reise von Jo und Kati nach Italien, so spannt Regisseur Rosenmüller den Bogen hier konsequent weiter: über fünf Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen, ebenso lange haben sich die Zwei schon nicht mehr gesehen. Rosenmüller bezieht hier das Leben im weit, weit entfernten Indien und den dortigen Alltag, der doch so ganz anders ist als im heimischen, beschaulichen Oberbayern-Kuhkaff Tandern, in seinen Film mit ein. Dadurch erhält man als Zuschauer nochmals einen ganz neuen, eigenen Blick auf die Themenkomplexe "Heimat", "Familie" und - natürlich - "Heimweh", das Jo schließlich auch zur Rückkehr in die Heimat bewegt.

Schön ist, dass es hier ein erfreuliches Widersehen mit vielen, sympathischen Bekannten gibt, die einem in den ersten beiden Filmen bereits ans Herz gewachsen sind: seien es die beiden Hauptpersonen, Kati und Jo, die in den letzten Jahren eine beachtliche adoleszente Entwicklung durchlaufen haben, der nach wie vor notorische Chaot und Pechvogel Rocky oder auch der obligatorische, klapprige VW-Bus, der auch in "Beste Chance" wieder durch den oberbayerischen Landkreis Dachau, über Hügel und endlose Felder und Weiden, tuckern darf. Zudem lässt sich hier ein roter Faden erkennen, den Regisseur Rosenmüller durch den Handlungsstrang der Ereignisse in Indien in seinen Film mit aufnimmt: Wie schon in seinen Filmen "Hotel Deepa" und "Sommer in Orange" spielt die indische Kultur eine nicht unwichtige Rolle in diesem Film. Rosenmüller nutzt die mannigfaltigen, komplexen Traditionen und Eigenheiten des Landes und seiner Bevölkerung, um einen neuen Blick auf die eigene "Heimat" zu erlangen, damit man diese wieder mehr zu schätzen und lieben lernt. Und wenn man dafür bzw. für diese Erkenntnisse erst einige Jahre in Indien gelebt haben muss, dann ist das eben so.

Fazit: Charmante, mit leisem Humor ausgestattete Heimat-Komödie und gelungener Abschluss einer echten Wohlfühl-Trilogie mit den altbekannten, sympathischen Figuren.





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