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Woody Allen: A Documentary
Woody Allen: A Documentary
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Kritik: Woody Allen: A Documentary (2011)


Fast zwei Jahre hat der Dokumentarfilmer Robert B. Weide den öffentlichkeitsscheuen Woody Allen für seine Dokumentation begleitet. Er hat mit Weggefährten und Kollegen gesprochen und war bei den Dreharbeiten von "You will meet a Talk Dark Stranger" dabei. Eine allzu kritische Dokumentation ist am Ende nicht entstanden. Aber "Woody Allen – A Documentary" beleuchtet umfassend das Schaffen des amerikanischen Regisseurs, Drehbuchautors und Komikers.

Schon die Anfänge von Woody Allens Karriere klingen wie im Film: Geboren am 1. Dezember 1935 in Brooklyn beginnt er während der Schulzeit mit dem Schreiben von Witzen, die er an Zeitungen schickt. Sie werden veröffentlicht und er wird zunehmend bekannter. Mit Anfang Zwanzig schreibt er für die "Sid Caesar Show" und tritt als Stand-up Comedian auf. Schon in dieser Zeit schreibt er viel – und bekennt gegenüber Robert B. Weide, dass er bis heute niemals unter einer Schreibblockade gelitten hat. Stattdessen hat er Schubladen voller Ideen und Entwürfe. Sein erstes Drehbuch schrieb er im Jahr 1965 für "What’s new Pussycat". Die Komödie war ein großer Erfolg, aber Woody Allen war wütend, dass sein Skript so stark verändert wurde. Also kam er zu dem Entschluss, künftig selbst Regie zu führen und die Kontrolle über seine Filme zu behalten. Mit 30 Jahren wurde er ein unabhängiger Filmemacher – und ist es bis heute geblieben. Seine folgenden Filme, darunter "Take the Money and Run" (1969), "Bananas" (1971) und natürlich "Annie Hall" (1977) kamen bei Fans und Kritikern gut an. Seither hat Woody Allen fast jedes Jahr einen Film gedreht – darunter sind gute und schlechte Filme, Komödien und Dramen. Daneben schreibt er für den "New Yorker" und tritt als Klarinettenspieler in Jazz-Clubs auf. Sein Antrieb ist nach eigener Aussage seine Ungeduld, doch bei allen Erfolgen bekennt er, dass er bis heute das Gefühl hat, versagt zu haben. Aber das passt zu einem Filmemacher, dessen Themen schon immer die Zweifel, Ängste, die Liebe und der Tod waren.

Robert B. Weide konzentriert sich auf den Filmemacher Woody Allen, deshalb gibt es nur wenige Einblicke in Allens Privatleben. Seine Ehen – und auch seine Beziehung mit seiner Adoptivtochter Soon-Yi – werden kurz angesprochen, aber nicht weiter vertieft. Stattdessen schildert Robert B. Weide gerade Woody Allens Anfangsjahre ausführlich und stellt "Annie Hall" in den Mittelpunkt des Films. Dazu kommen Weggefährten wie Diane Keaton zu Wort, aber auch seine Schwester, die seit vielen Jahrzehnten seine Produzentin ist. Insgesamt sind es etwas zu viele Worte, die über Woody Allen gesprochen werden, dadurch wird die Dokumentation zu langatmig. Außerdem werden leider gerade seine letzten Filme nur kurz abgehandelt, hier wäre eine bessere Balance wünschenswert gewesen. Dennoch ist "Woody Allen – A Documentary" sehr informativ und über weite Strecken unterhaltsam.

Fazit: "Woody Allen – A Documentary" ist eine etwas zu lange, aber gute und sehenswerte Dokumentation über einen der wichtigsten amerikanischen Regisseure der letzten Jahrzehnte.




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