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Side Effects - Poster
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© Senator Film

Kritik: Side Effects (2012)


„Side Effects“, Steven Soderberghs mit Spannung erwarteter angeblich letzter Film vor dem Ruhestand, ist ein unterhaltsamer Thriller, der auch seine Schauspieler (mit Ausnahme des völlig fehlbesetztem Channing Tatum) herausfordert. Darüber hinaus kann man sein Abschlusswerk als klassischen Film Noir, der mit abrupten Wendungen an Hitchcocks Werk erinnert – den Soderbergh in der Pressekonferenz nach der Berlinale-Premiere auch als Inspiration erwähnte – genießen. Vor allem dessen Umgang mit dem Thema Reue sei für ihn wegweisend gewesen: "Mich hat interessiert, wie sich Schuld von einer Figur auf die andere überträgt."

Der Film dreht sich um die depressive und selbstmordgefährdete Emily Taylor (Rooney Mara), welche nach der Einnahme eines neuen Medikaments hofft, ein glücklicheres Leben mit ihrem Mann Martin (Channing Tatum) zu führen, der nach einem längeren Gefängnisaufenthalt (Börsenbetrug), in ihr schickes Apartment zurückkehrt. Jude Law spielt ihren Psychiater Dr. Jonathan Banks, der ihr die vermeintlichen Wunderpillen aus Gründen, die der Ethik seines Berufsstandes stark widersprechen, verschreibt. Catherine Zeta-Jones taucht als Victoria Siebert auf, Emilys frühere Seelensorgerin, welche weit weniger Skrupel in dieser Hinsicht hegt. Weitere Details zum Inhalt wären eventuell Spoiler…

Leider garantieren handwerkliche Finesse und Eleganz, sowie ein gesunder Sinn für gesellschaftlich relevante Themen kein absolut befriedigendes KunstUnterhaltungswerk, Mister Soderbergh. Dem Film haftet – spätestens nach der Halbzeit – eine gewisse Konstruiertheit, Künstlichkeit, an, deren Nachgeschmack bitter aufstößt. Nichtsdestotrotz bekommt man, wie bei allem, wo Soderbergh drauf steht, auch ein bißchen von dem, was man erwartet: Gute bis exzellente darstellerische Leistungen. Eine Story, hinter der etwas steckt.

Fazit: Trotz allerlei Ungereimtheiten in Plot und Ausführung überzeugt der Film als beklemmender Thriller. Bemerkenswert ist außerdem Jude Law, der seine beste Performance seit "1 Mord für 2" liefert.




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