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Kritik: Otto - Der Film (1985)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Otto – Der Film" übertrug der äußerst populäre ostfriesische Komiker Otto Waalkes im Jahre 1985 unter der Co-Regie von Xaver Schwarzenberger seine von Kalauern und Slapstick geprägten Sketche erstmals auf die Kinoleinwand. Mit mehr als 14 Millionen verkauften Tickets in Westdeutschland und der DDR ist das Werk laut Guinness-Buch der Rekorde der bis dato erfolgreichste deutschsprachige Film seit Einführung der Zuschauererfassung im Jahre 1968.

Aus heutiger Sicht wirken manche Gags inzwischen recht fragwürdig – beispielsweise eine Sequenz mit dem Fassbinder-Star Günther Kaufmann, in welcher dieser als US-Soldat auftritt und von Otto (als Trick, um rasch an Geld zu kommen) einer wohlhabenden Dame als "Sklave" angeboten wird. Das Skript, das Waalkes mit den Satirikern Bernd Eilert, Robert Gernhardt und Peter Knorr verfasst hat, kombiniert etliche bekannte Otto-Nummern mit Cameos (etwa von Gottfried John und Johannes Heesters), Filmanspielungen und einem rudimentären Plot. Das alles ist hochgradig albern, handwerklich aber sehr souverän gestaltet. Schwarzenberger, der bei Arbeiten wie "Berlin Alexanderplatz" (1980) und "Querelle" (1982) als Kameramann tätig war, findet ansprechende Bilder, um Waalkes' Körperkomik in Szene zu setzen, unter anderem bei einem Tanz im Regen, der an Gene Kellys Performance in "Singin' in the Rain" erinnert.

Neben Waalkes' spielfreudiger Darbietung als Protagonist im völligen Chaos amüsiert insbesondere Elisabeth Wiedemanns betont affektierte Verkörperung der Konsulin von Kohlen und Reibach sowie Sky du Mont in der Rolle des Hochstaplers Ernesto.

Fazit: Ein Nonsens-Werk, das sich nicht in jeder Hinsicht als gut gealtert erweist, aber immer noch viel albernen Witz bietet, gekonnt inszeniert und lebhaft gespielt ist.




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