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Der Vater meiner besten Freundin
Der Vater meiner besten Freundin
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Der Vater meiner besten Freundin (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Zwei Väter und ihre adoleszenten Töchter fahren gemeinsam in Urlaub: Klar, dass da die Mentalitäten zweier Generationen heftig aufeinander prallen können. Möglich ist auch, dass die Reize einer 17-jährigen Bikinischönheit den Freund ihres Vaters verwirren. Dass er seinem sexuellen Verlangen aber in einem schwachen Moment praktisch hinter dem Rücken des arglosen Vaters nachgibt, das sollte nicht passieren. Genau dieser dramatische Inhalt aber bringt die Sommerkomödie von Jean-François Richet ("Public Enemy No. 1") in Fahrt. Das Remake des Films "Aller Anfang macht Spaß" von Claude Berri aus dem Jahr 1977 bekommt aufgrund des Drehbuchs, das Richet zusammen mit Lisa Azuelos ("LOL – Laughing Out Loud") verfasste, eine modern aufgefrischte und luftig-leichte Note. Anders als im Original bleibt es bei einem einmaligen sexuellen Kontakt zwischen dem über 40-Jährigen und der Tochter seines Freundes. Danach versucht der Mann angestrengt, seinen Fehltritt quasi unter den Teppich zu kehren.

Antoine und sein Freund Laurent müssen feststellen, dass sie ihre aufmüpfigen Gören – auch offiziell, denn Marie ist schon volljährig - kaum mehr lenken können. Antoine will auch noch nicht wahrhaben, dass sein Mädchen zur Frau heranreift. In dem erotischen Duell, das sich zwischen Louna und Laurent entwickelt, ist sie die Angreiferin, er der Bedrängte. Nach dem Fehltritt geht es hauptsächlich um seine Ängste und dabei fällt auch kaum auf, dass Lounas emotionale Verwirrung in den Hintergrund tritt. Sie wird vor allem als verlockender Männerschreck charakterisiert, als triumphierender Quälgeist, so dass es dann schon etwas erstaunt, als sie plötzlich Tränen des Liebeskummers vergießt.

Eine solche Komödie mit prekärem Stoff und intensivem Beziehungsspiel wäre ohne großartige Darsteller nicht vorstellbar. Und die hat dieser Film. Cluzet, den Star aus "Ziemlich beste Freunde", und Cassel spielen zu sehen, macht einfach Spaß, vor allem im Duett. Beide eignen sich die Konflikte und Emotionen ihrer Rollen mit einer Natürlichkeit an, die ihre Charaktere völlig authentisch wirken lässt. Die beiden jungen Darstellerinnen bringen prickelnden Schwung mit, Marie und Louna stehen ständig unter Strom. Kaum zu glauben, dass Lola Le Lann zum ersten Mal vor der Kamera steht. Die schöne Küsten- und Berglandschaft beflügelt Urlaubsgefühle und das Drehbuch sorgt auch mit kleinen Spitzen für komödiantische Spannung: Wenn zum Beispiel Antoine in den Kampf gegen die Wildschweine zieht, scheint frühzeitig die Gefahr auf, dass er das Gewehr auch auf andere Ziele richten könnte.

Fazit: Der französische Sommerfilm entwickelt sein eher schwieriges Thema einer sexuellen Begegnung zwischen einem Mann und der 17-jährigen Tochter seines besten Freundes vor allem komödiantisch. Der Väter-Töchter-Urlaub, der solchermaßen aus den Fugen gerät, sorgt dann auch dank gut gelaunter Drehbucheinfälle und dem natürlichen Spiel von Vincent Cassel und François Cluzet für Vergnügen.




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