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Ritter Rost - Eisenhart & voll verbeult - Poster
Ritter Rost - Eisenhart & voll verbeult - Poster
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Ritter Rost - Eisenhart und voll verbeult (2012)


Die Abenteuer und Geschichten um den Robo-Ritter Rost begeistern seit Jahren eine treue Fangemeinde. Ritter Rost entwickelte sich seit seiner Erfindung 1994 durch den Autor und Illustrator Jörg Hilbert und den Komponisten Felix Janosa, zu einer der erfolgreichsten Kinderfiguren in Deutschland. Bisher wurden über 1,2 Millionen Bücher, CDs und DVDs verkauft und eine Umsetzung der Geschichte für die große Leinwand schien nur eine Frage der Zeit. Fast 20 Jahre nachdem er zum ersten Mal in einem Buch auftauchte, startet nun der erste Film über den metallenen Ritter und seine Freunde in den Kinos. Mit Rick Kavanian, Christoph Maria Herbst und Tom Gerhardt geben sich eine ganze Reihe an fähigen und erfahrenen Synchronsprechern die Ehre. Hinzu kommt, dass der Film eine bestechende 3D-Optik zu bieten hat. Dass "Ritter Rost" auf der Leinwand jedoch nicht ganz so überzeugen kann wie in den Büchern oder auf DVD, liegt weniger an der Synchronisation und technischen Umsetzung als vielmehr an der hektischen Erzählweise und einer wenig originellen Story.

Das erste Kino-Abenteuer von Ritter Rost, seinem Drachen Koks und dem Burgfräulein Bö kommt technisch einwandfrei und in tadelloser 3D-Optik daher. Die Macher – darunter Regisseur Thomas Bodenstein, Koregisseur Hubert Weiland und Produzentin Gabriele M. Walther – gaben sich bei der Ausgestaltung der detailreichen Metall-Welt "Schrottland" große Mühe, keine Frage. Dennoch sorgt die blecherne Welt mit ihren metallischen Figuren und Bewohnern dafür, dass die Atmosphäre eine kalte und kühle bleibt und dass man sich beim Betrachten der Geschehnisse auf der Leinwand nie so recht wohl fühlt. "Ritter Rost" lässt die warme und gemütliche Stimmung eines Pixar- oder Dreamworks-Films gänzlich vermissen. Zu eckig und kantig ist die Welt mit ihren vielen Blech-Charakteren gestaltet. Dies ist aber eben nicht einer mangelnden Umsetzung durch die Macher geschuldet sondern schlicht und ergreifend der Welt und Umgebung, in der "Ritter Rost" nun einmal spielt und angesiedelt ist.

Zudem ist die Story vom entführten Burgfräulein und dem Konkurrenzkampf zwischen edlem Ritter und Bösewicht leider wenig originell und allzu vorhersehbar. Dazu kommt, dass diese beiden Hauptfiguren sehr eindimensional und klischeeüberladen gezeichnet sind. Ritter Rost ist der mutige Einzelkämpfer, der alles verliert und als obdachloser Vagabund um seinen Rittertitel und schließlich das entführte Burgfräulein Bö kämpfen muss. Sein Widersacher, der hochmütige und selbstverliebte Prinz Protz, ist der typische fiese Bösewicht, der das Burgfräulein zur Frau nehmen will – notfalls mit Gewalt. Das alles sind allseits bekannte und vielfach gesehene Muster und Verhaltensweisen, wie man sie schon viel zu oft (und vor allem besser) zu sehen bekam. Ein weiteres Ärgernis ist die hektische Erzählweise, die Ritter Rost in Abständen von oft nur wenigen Sekunden in immer neue Ereignisse verstrickt. Positiv fallen hingegen die lebhafte, witzige Synchronisation und der gelungene Slapstick-Humor mit hohem Fun-Faktor auf. Erfahrene und prominente Sprecher wie Rick Kavanian und Christoph Maria Herbst setzen ihre Stimmen gekonnt als Waffen ein und sorgen mit ihrer humorvollen Art der Betonung und Synchronisation für einige Lacher. Immerhin.

Fazit: "Ritter Rost" ist ein aufwendig gestaltetes, technisch einwandfreies 3D-Animationsabenteuer, dem es aufgrund der kühlen Handlungsorte und kalten, blechernen Welten jedoch an Charme und wohliger Atmosphäre mangelt.




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