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Jenseits der Hügel
Jenseits der Hügel
© Peripher © Cosmina Stratan, Cristina Flutur

Kritik: Jenseits der Hügel (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Cristian Mungius Drama über zwei junge Frauen, die in einem Kloster in eine ausweglose Lage geraten, basiert auf einem wahren Fall. 2005 wurde aus einem Kloster im Osten Rumäniens ein Fall von Exorzismus berichtet, der tödlich endete. Der Regisseur der Neuen rumänischen Welle, der 2007 die Goldene Palme in Cannes mit "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" gewann, wurde 2012 für seinen nächsten Film in Cannes erneut ausgezeichnet: "Jenseits der Hügel" bekam den Preis für das beste Drehbuch, außerdem erhielten Cosmina Stratan und Cristina Flutur den Preis für die beste weibliche Hauptrolle.

Im Kloster kommen die beiden Freundinnen, die im Heim füreinander Familienersatz waren, kaum noch ins Gespräch. Sie spüren beide, dass sich etwas verändert hat: Alina möchte Voichita nicht verlieren und Voichita will ihrer Freundin beistehen, aber ohne das Klosterleben aufzugeben. Aus diesem schwierigen Hin und Her macht der Film in zweieinhalb Stunden eine nur mäßig interessante Abwärtsspirale, die, ganz im Gegensatz zu "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage", etwas Weltfremdes hat. Alina steuert offenbar auf eine psychische Krankheit zu, wirkt aber andererseits zu klar für das rätselhafte Klammern an eine Umgebung, die sie hasst. Die Wortkargheit dieser Freundschaft setzt dem Psychodrama der beiden Charaktere, das sich äußerlich hauptsächlich im Versuch äußert, Zeit zu gewinnen, allzu enge Grenzen.

Das karge Klosterleben ohne elektrischen Strom und fließendes Wasser in der Nähe eines Dorfes wird in ruhigen Bildern aufgeblättert. Der Priester, die Oberin (Dana Tapalaga) und die wenigen jungen Nonnen, die dort leben, werden als sehr hilfsbereite Menschen geschildert. Die späteren Exorzisten sind keine Fanatiker, aber sie glauben so inbrünstig wie verzweifelt, dass sie Alinas Rettung sein können. In diese Lage geraten sie nicht nur wegen ihres Glaubens, sondern auch, weil sie sich, anders als das Krankenhaus oder die Pflegeeltern, für Alina verantwortlich fühlen. Die Szenen außerhalb des Klosters zeigen die scheinbare Gleichgültigkeit einer Gesellschaft, in der das soziale Netz nicht funktioniert.

Leider bleibt Mungius Aussage unklar. Für eine Anklage gegen die Kirche und die im Glauben gemachten Fehler, aber auch für Kritik an der Gesellschaft ist der Film zu mild und letztendlich auch zu ratlos. Ein bisschen wirkt der zähe Film so, als hätte der Regisseur mit dem Thema dann doch nicht so viel anfangen können, wie er vielleicht zunächst dachte.

Fazit: Das rumänische Drama von Cristian Mungiu greift einen wahren Fall von Exorzismus auf, um eine recht zähe und unschlüssige Geschichte über eine Frauenfreundschaft zu erzählen, die in einem Kloster ein böses Ende nimmt.





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