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Jupiter Ascending
Jupiter Ascending
© Warner Bros.

Kritik: Jupiter Ascending (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Lange ist es her, dass die Filmemacher Andy und Lana Wachowski mit ihrem philosophisch angehauchten Science-Fiction-Actioner "Matrix" für reichlich Furore sorgen konnten. Neue Kinovisionäre schienen im Jahr 1999 geboren, doch wie so oft im knallharten Hollywood-Geschäft folgte auf den großen Triumph bittere Ernüchterung. Zuletzt versuchte sich das Geschwisterpaar gemeinsam mit Tom Tykwer an der epochenübergreifenden Romanadaption "Cloud Atlas" und legte damit ein Stück ambitioniertes Erzählkino vor. Insbesondere auf dem nordamerikanischen Markt blieb das Epos allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück, weshalb es keineswegs selbstverständlich war, dass die Wachowskis für ihr neues Kinoprojekt "Jupiter Ascending" sage und schreibe 175 Millionen Dollar in die Hand nehmen durften.

Ein stattliches Budget, das die Macher vor allem in aufwendig ausgestattete Weltraumszenarien und versiert choreografierte Actionsequenzen investierten. Visuell strotzt die Space-Oper nur so vor berauschenden Ideen und dürfte Science-Fiction-Fans daher zumindest phasenweise gefangen nehmen. Lobend erwähnen sollte man außerdem, dass sich das Regie-Duo hier nicht, wie heute oftmals üblich, auf Buchvorlagen oder Fortsetzungsideen stützt, sondern einen originären Stoff entwickelt, der große Menschheitsfragen und die unbekannten Weiten des Universums in eine bedeutungsvolle Erweckungsgeschichte überführt.

Wirklich überzeugen kann das Drehbuch der Wachowskis aber nicht. Womit auch schon eines der zentralen Probleme des Films benannt wäre. Wichtige Plot-Punkte werden zumeist recht unspektakulär abgehandelt. Die von Mila Kunis verkörperte Titelheldin bleibt bis zum Showdown erschreckend blass. Die Spannungskurve geht mehrmals in den Keller. Und gerade auf Dialogebene erlauben sich die Regie-Geschwister einige Ausflüge in unfreiwillig komische Gefilde, was die Ernsthaftigkeit der Handlung merklich unterhöhlt. Garniert ist all dies mit übertrieben bombastischer Musik und unnötig affektiertem Figurenauftreten, das im Fall der Antagonisten Balem (Eddie Redmayne) und Titus (Douglas Booth) fast schon lächerliche Ausmaße erreicht.

Angesichts derartiger Schwächen muss es nicht verwundern, dass "Jupiter Ascending", der eigentlich schon im Sommer 2014 starten sollte, bei seiner überraschenden "Geheimvorführung" im Rahmen des Sundance Film Festivals auf wenig Gegenliebe stieß. Ob die Wachowskis ihrer Karriere wieder neuen Auftrieb geben können, darf mit Blick auf das Endprodukt getrost bezweifelt werden.

Fazit: Visueller Ideenreichtum und spektakuläre Actionpassagen sorgen dafür, dass die inhaltlich verquaste Weltraum-Saga der Wachowski-Geschwister nicht in einer filmischen Vollkatastrophe endet.





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