VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Fussball - Großes Spiel mit kleinen Helden
Fussball - Großes Spiel mit kleinen Helden
© Splendid Film © Rekord-Film

Kritik: Fussball - Großes Spiel mit kleinen Helden (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der argentinisch-spanische Animationsfilm steht ganz im Zeichen der Fußball-Leidenschaft. Indem er die Figuren eines Tischkickers zum Leben erweckt, verweist er auf die enge Verbindung zwischen kindlicher Begeisterungsfähigkeit und Fantasie. Die Magie des Fußballspiels, so die Botschaft des liebevoll bebilderten Films, liegt im Mannschaftsgeist und in der Erfahrung, über sich selbst hinauszuwachsen. Unter der Regie des Argentiniers Juan José Campanella wird ein Gegensatz aufgebaut zwischen dem Fußball, wie er auf der Straße und an Kickertischen von jedermann gespielt werden kann, und dem kommerzialisierten Profisport. Comedian Matze Knop leiht Joachim und einigen weiteren Figuren in der deutschen Version seine Stimme.
Das Stadion, das Rolando ausgerechnet dort bauen lässt, wo Joachims Café stand, erinnert an die Proteste in Brasilien vor der Fußball-Weltmeisterschaft: Damals regte sich Unmut über die hohen Summen, die für die Ausrichtung dieses Events ausgegeben wurden. Rolando fliegt mit seinem futuristischen Vehikel wie ein Superstar in den beschaulichen Ort, den er bereits als sein Eigentum ausgibt. Joachim hingegen und seine skurrile Mannschaft im finalen Spiel vertreten den sozialen Gedanken des Fußballs. Gegen Rolandos Dreamteam wollte niemand antreten außer einer Truppe alter, korpulenter, oder leicht gehandicapter Spieler. Die zum Leben erwachten Tischkicker-Figuren dürfen sich dann in reizvollen Szenen als Heinzelmännchen versuchen.
Die Kickerfiguren sind echte Fußballprofis und außerdem nicht auf den Mund gefallen: Der selbstverliebte Torjäger Paulo und einige andere Hitzköpfe wetteifern verbal immer um das coolste Image. Ihre Odyssee mit Joachim auf der Suche nach dem Rest der Tischkicker-Mannschaft bietet Raum für kleine Abenteuer. Bei den ansprechend, zum Teil mit Aquarelltönen ausgemalten Schauplätzen setzt der Film auf Kontraste wie nostalgisch und hypermodern, arm und reich. Die Animation überzeugt bis in die Details: So sind die Kickerfiguren voller Kratzer und Abnutzungsspuren, wirken aber mit ihrem metallischen Glanz zum Greifen reell. Und wenn sie die Stirn runzeln oder den Mundwinkel zum Lächeln verziehen, staunt man, wie mühelos solche Mimik den aus starrem Material gebauten Gestalten gelingt.
Die gesamte Geschichte wird einem Jungen von seinem Vater in Form einer Rahmenhandlung erzählt. Die Liebe zum Fußball verbindet die Generationen und wurde, wie ein witziger Prolog beweist, bereits erstaunlich früh entdeckt. Die Handlung mit ihren verschiedenen Ebenen wirkt zwar etwas uneinheitlich und nicht besonders stringent, aber ihre Botschaft, dass Fußball kein elitäres Spiel ist, überzeugt ebenso wie die reizvolle visuelle Gestaltung.

Fazit: Der muntere, visuell reizvolle Animationsfilm erinnert mit seiner ideenreichen Geschichte daran, dass Fußball-Leidenschaft nicht nur im Stadion anzutreffen ist, sondern auch am Tischkicker.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.