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Non Stop
Non Stop
© 2013 Universal Pictures

Kritik: Non Stop (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auch in ihrer zweiten Zusammenarbeit nach dem rasanten Verschwörungsthriller "Unknown Identity" wandeln der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra und Hollywood-Star Liam Neeson unverkennbar auf Hitchcocks Spuren. Während der kantige Mime 2011 noch als Mann ohne Gedächtnis durch ein winterliches Berlin gejagt wurde, ist er in "Non-Stop" als durchgreifender Air Marshal Bill Marks nahezu ausschließlich an einen einzigen Handlungsort gebunden: ein Flugzeug, das sich auf dem Weg von New York nach London befindet. In dieser klaustrophobischen Atmosphäre wird der von Leeson authentisch-markant verkörperte Sicherheitsbeamte mit einem gesichtslosen Antagonisten konfrontiert, der damit droht, alle zwanzig Minuten einen Passagier zu töten, sollte er nicht 150 Millionen Dollar erhalten.

Die fortan tickende Uhr – ein beliebtes und effektives Thriller-Motiv – und das begrenzte Setting, das dem Protagonisten denkbar wenig Handlungsspielraum erlaubt, sorgen für eindringlichen Nervenkitzel, der sich unmittelbar auf den Zuschauer überträgt. Von kleineren Ausnahmen abgesehen, teilen wir stets die eingeschränkte Perspektive des Air Marshals und erleben so aus nächster Nähe seine stetig wachsende Anspannung, die erst recht durch das anfangs defensive Verhalten der Flugbehörden befeuert wird. Um den angekündigten Mord zu verhindern, sieht sich Marks schließlich gezwungen, nach dem Täter zu suchen, muss dabei aber gleichzeitig große Vorsicht walten lassen, da er die Passagiere nicht in Panik versetzen darf.

Mittels geschickt platzierter Wendungen, die mal mehr und mal weniger überraschend ausfallen, treibt das Drehbuch seine Hauptfigur immer weiter in die Enge und sorgt für eine ständig wechselnde Gemengelage an Bord des Flugzeugs. Von Bedeutung ist dabei auch die bereits in den ersten Bildern angedeutete problematische Verfassung des Helden, die ihm im weiteren Handlungsverlauf noch zum Verhängnis wird. Selbst wenn nicht alle Plot-Twists einer eingehenden Plausibilitätsprüfung standhalten können, lassen sie die Spannung unaufhörlich ansteigen und nehmen den Zuschauer so immer wieder für sich ein. Ähnlich wie die Werke der Thriller-Legende Alfred Hitchcock zielt "Non-Stop" in erster Linie auf eine möglichst große Wirkung ab, nicht so sehr auf stets nachvollziehbare Wahrscheinlichkeiten.

Handfeste Actionmomente, die Neesons Leinwandauftritte seit einigen Jahren entscheidend prägen, sind lange Zeit nur punktuell in das nervenzerrende Katz- und Mausspiel eingebettet. Erst zum Ende hin, wenn der Film seine erfreulicherweise wenig konstruierte Auflösung präsentiert, weicht Collet-Serra von der vorherigen Ausrichtung ab. Stunts und krachende Actionszenen inklusive melodramatischer Anklänge gewinnen nun die Oberhand, ohne dass es eine derartige Effektexplosion wirklich gebraucht hätte.

Fazit: Konsequent inszenierter und mit vielen Wendungen gespickter Hochspannungsthriller, der sein begrenztes Setting geschickt ausreizt und dem Zuschauer wenig Zeit zum Luftholen lässt. Kleinere Abzüge gibt es für das etwas übertriebene Effektfeuerwerk, das der Film gegen Ende abbrennt.





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