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Avengers: Age of Ultron
Avengers: Age of Ultron
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Avengers: Age of Ultron (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Comic-Fans dürften den 23. April 2015 schon sehnsüchtig erwarten. Startet an diesem Tag doch hierzulande – eine Woche früher als in den USA – der Nachfolger der überaus erfolgreichen Superheldensaga "Marvel’s The Avengers", die 2012 einen weltweiten Siegeszug antrat und zum erfolgreichsten Film des Disney-Konzerns (Mutterfirma der Marvel Studios) avancierte. Regie und Drehbuch lagen abermals in den Händen von Joss Whedon ("Buffy – Im Bann der Dämonen"), der mit Teil eins eindrücklich bewiesen hatte, dass er bildgewaltiges Blockbuster-Kino treffsicher mit pointierten Humoranflügen verbinden kann. Ein Spagat, der ihm erneut gelingt, wenngleich "Avengers: Age of Ultron" insgesamt etwas ernster ausgefallen ist.

Anders als im Vorgänger müssen sich die eigenwilligen Titelhelden dieses Mal nicht erst zusammenraufen, sondern bilden, wenigstens zu Anfang, ein schlagkräftiges Team, das vor allem im trauten Beisammensein nach einer Party wie eine Gruppe alter Freunde wirkt. Man scherzt, man flirtet, und man trinkt gemeinsam. So, als wäre es nie anders gewesen. Eine Sequenz, die zugleich Whedons Gespür für Situationskomik offenbart. Vor allem dann, wenn sich mehrere Protagonisten siegessicher daran versuchen, Thors (Chris Hemsworth) berühmten Hammer anzuheben. Darüber hinaus hat die Comic-Verfilmung, ebenso wie der erste Teil, zahlreiche ironische Seitenhiebe und kleine Scharmützel zu bieten, die ganz besonders das mit dem Marvel-Universum vertraute Publikum erfreuen dürften, da Anspielungen auf frühere Konflikte immer wieder aufblitzen.

Absolut verblüffend sind die bombastischen Actionlawinen, die in schöner Regelmäßigkeit auf den Zuschauer hereinbrechen und ihm vor Augen führen, was dank der Technik heute alles möglich ist. Klotzen statt kleckern ist hier das Motto, wobei es der Film stellenweise vielleicht ein wenig übertreibt. Erfreulich ist bei allem Kampfgetöse, dass die Gefechtsmomente fast nie in einer überhektischen Schnittkaskade untergehen.

Ruhepausen – die es durchaus gibt – dienen in erster Linie dazu, die Figuren und ihre keineswegs unproblematischen Beziehungen näher zu beleuchten und das Selbstverständnis der Avengers zu hinterfragen. Sind die Superhelden nicht auch ein kleines bisschen wahnsinnig? Mehr noch: Eine Gefahr für Leib und Leben? Das zumindest glaubt ihr Gegenspieler, der Superroboter Ultron (Originalstimme: James Spader), der erst durch Tony Starks (Robert Downey Jr.) frankensteinschen Forscherdrang entsteht. Interessant und überraschend gestalten sich auch die horrorfilmartigen Ausflüge, bei denen Whedon die gefürchtete Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) in die Gedankenwelt der Hauptfiguren eindringen lässt. Ängste und nicht bewältigte Erfahrungen kommen hier zum Vorschein und unterstreichen, dass auch die vermeintlich unverwüstlichen Superhelden manchmal schwach und hilflos sind. Eine Perspektive, die im Schlussdrittel an Gewicht verliert, den Film als Ganzes aber doch bereichert.

Fazit: Atemberaubende Actionszenen, trockene Sprüche, ein harmonierendes Darstellerensemble und eine Prise Tiefgründigkeit machen "Avengers: Age of Ultron" zu einem Comic-Sequel, das sich wirklich sehen lassen kann!





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