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Die Glorreichen Sieben
Die Glorreichen Sieben
© Sony Pictures

Kritik: Die Glorreichen Sieben (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Jahr 1960 verlegte der Regisseur John Sturges Akira Kurosawas Historienfilm "Die sieben Samurai" (1954) in den Wilden Westen und schuf mit "Die glorreichen Sieben" einen Klassiker des Genres. Witz, berauschende Landschaftsaufnahmen, aufregende Action, nachdenkliche Töne sowie die Starbesetzung ließen kaum einen Wunsch übrig – und sollen gleichfalls die Stärken von Antoine Fuquas gleichnamigen Remake sein.

Während die Grundidee sowohl mit Sturges' als auch mit Kurosawas Version des Stoffes übereinstimmt, ist diese Neuauflage doch zugleich sichtlich bemüht, eigene Impulse zu setzen. Dazu zählt in erster Linie ein ethnisch bunt gemischtes Ensemble, das einerseits historische Verhältnisse im Wilden Westen realistischer widerspiegelt als all die Filme mit ausschließlich weißen Cowboys und zum anderen zeitgemäße Anforderungen an Diversität erfüllt. Dabei erweist sich das Cast allerdings als weit mehr als bloß ein Alibi, um ein politisch korrektes Publikum zufriedenzustellen, sondern bietet mit Denzel Washington, Chris Pratt sowie Ethan Hawke hochkarätige und stimmig besetzte Darsteller.

Dass nicht alle der sieben Titelhelden die gleiche Aufmerksamkeit bekommen, ist schade, aber verschmerzbar. Vincent D'Onofrio ("Jurassic World", 2015) oder Byung-hun Lee ("Joint Security Area", 2000) verstehen es, selbst mit kurzen Auftritten Akzente zu setzen. Ärgerlich ist hingegen, dass Figurenzeichnung und Plot sich immer wieder in Oberflächlichkeiten verlieren und "Die glorreichen Sieben" besonders im Mittelteil deutlich schwächelt. Dass hier Potenzial verschenkt wurde, wird zum Beispiel anhand der einzigen wichtigen weiblichen Figur deutlich, der man eine vielschichtigere Charakterisierung gewünscht hätte.

Zum Finale hin kommt der Western jedoch noch einmal richtig in Gang: Nicht zuletzt dank Mauro Fiores ("Avatar – Aufbruch nach Pandora", 2009) bildgewaltiger Aufnahmen sowie des vom 2015 verstorbenen James Horner komponierten Soundtracks kann "Die glorreichen Sieben" hier überzeugen und muss sich vor dem Original nicht verstecken.

Fazit: Antoine Fuquas Remake des Westernklassikers "Die glorreichen Sieben" besticht ebenso wie das Original durch großartige Landschaftsaufnahmen, spannende Action sowie ein stimmig besetztes Schauspieler-Ensemble. Der vergleichsweise schwache Mittelteil sowie einige Oberflächlichkeiten bei der Figurenzeichnung sind verschmerzbar und werden durch das starke Finale aufgefangen.





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