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Malavita - The Family
Malavita - The Family
© Universum Film

Kritik: Malavita - The Family (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Malavita" ist der neue Film von "Das 5. Element"-Regisseur Luc Besson, der den gleichnamigen Roman des französisch-italienischen Schriftstellers Tonino Benacquista für die Leinwand adaptierte. Produziert wurde der Film von Mafia-Experte Martin Scorsese ("GoodFellas", "Casino"). Die Macher konnten zudem eine wahre Riege an erfahrenen Hollywood-Stars verpflichten, von Michelle Pfeiffer über Tommy Lee Jones bis hin zu Robert de Niro, der sich in seiner Rolle als ehemaliger Mafia-Boss gehörig selbst auf die Schippe nimmt. Dass der Film trotz der namhaften Beteiligten lediglich durchwachsen geraten ist, liegt neben der unausgegorenen Mixtur aus Gewalt und Humor vor allem am schwachen Drehbuch, dem die zündenden Einfälle fehlen.

Wer an einfach gestrickten Stories ohne Tiefgang und Spannung seine Freude hat, Filme wie "Reine Nervensache" oder "RED" mochte und darüber hinaus noch ein Faible für das Mafia-Sujet hegt, der wird mit "Malavita" sicher seine wahre Freude haben. Handwerklich macht Regisseur Besson hier nämlich nicht allzu viel falsch. Seine schnörkellose Inszenierung legt ein ordentliches Tempo vor und in schöner Regelmäßigkeit stehen mal die ausladenden, extrem brutalen Action-Szenen, mal die schwarzhumorigen Momente im Zentrum des Geschehens. Bei genauerer Betrachtung jedoch wird deutlich, dass weder das eine – die Action – noch das andere tragende Element des Films – der Humor – so recht zünden will. Besson übertreibt es mit der Action und Gewalt allzu sehr, etwa, wenn Maggie einen kompletten Supermarkt samt Belegschaft in die Luft sprengt oder wenn die liebliche, aber ultrabrutale Belle einen pickeligen Teeanger regelrecht zu Brei schlägt. Derartige Gewaltexzesse hätte es nicht gebraucht.

Auch lässt "Malavita" jegliche Situationskomik und echten Dialogwitz vermissen, so dass die "komischen" Szenen, gar nicht wirklich so komisch sind sondern vielmehr aufgesetzt und bemüht wirken. Des Weiteren enttäuscht das altbekannte Grundmuster der Story mit wenigen gelungenen Überraschungen und Einfällen. Zumindest aber vermag "Malavita" auf darstellerischer Ebene zu überzeugen, was ihn schließlich vor dem Totalausfall rettet. Robert de Niro hat sichtlich großen Spaß an seiner Darstellung des gewalttätigen Familienoberhauptes. Die wenigen echt witzigen Momente gehen noch auf das Konto von de Niro, der zudem an seine berühmtesten Rollen der vergangenen 25 Jahre anknüpft, alle angesiedelt im Mafia-Umfeld ("Untouchables", "Casino", Reine Nervensache" etc.). Regelrecht brillant agiert Michaelle Pfeiffer, die man in einer bis dato ungewohnten Rolle genießen darf: als wenig zimperliche, ziemlich kaltblütige Mafia-Braut, hat sie ihre wahre Freude daran, althergebrachten Mafia-Gepflogenheiten zu frönen.

Fazit: Stark besetzte Action-Komödie, deren drastische Gewaltdarstellungen und fehlender Witz für eine herbe Enttäuschung sorgt. Einzig Michelle Pfeiffer rettet den Film vor dem völligen Untergang.




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