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Kritik: Altman (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Dokumentarfilm des Kanadiers Ron Mann blickt zurück auf das über 50-jährige Schaffen des legendären Regisseurs Robert Altman. Am 20. Februar 2015 wäre der Filmemacher 90 Jahre alt geworden. Seine innovative Art, Filme zu drehen und sein rebellischer Widerstand gegen den Einfluss der Studiobosse sorgten in Hollywood nachhaltig für kreativen Aufruhr. Der Dokumentarfilm lässt die Meilensteine dieser Karriere - von "M*A*S*H" 1970 bis "A Prairie Home Companion: Last Radio Show" 2006 – Revue passieren und den Meister selbst in Archiv-Interviews erklären, was ihn jeweils antrieb und ausbremste.

Ron Mann blättert Altmans Werdegang chronologisch auf. Gleichzeitig gibt er interessante Einblicke in die Mentalität dieses Filmemachers, der leidenschaftlich und gewitzt genug war, die restriktiven Vorgaben von Produzenten kontinuierlich auszuhebeln. Lieber nahm er gravierende Rückschläge in Kauf, als sich anzupassen, drehte immer wieder an den Erwartungen der Studios vorbei, obwohl er wusste, dass es bei der ersten offiziellen Sichtung Ärger geben würde. Auch als er längst berühmt war, musste er sich oft mit massiven Finanzierungsproblemen herumschlagen. Die Filmwelt beschenkte Altman unter anderem mit Ensemblestücken ohne Happy End, in denen, wie in der Realität, mehrere Leute durcheinander reden. Schon das war anfangs ein absolutes No-Go in Hollywood. Er wertete die Funktion der Schauspieler auf, ließ improvisieren, beobachtete mit der Kamera.

Ron Mann stellt Wegbegleitern und Schauspielern die Frage, was "altmanesk" für sie bedeutet. Die Antworten von James Caan, Julianne Moore, Robin Williams und vielen anderen rangieren von "Eigene Regeln aufstellen" bis "Auf Überraschungen gefasst sein". Die Statements und Erinnerungen spannen einen aufregenden Bogen zwischen den Jahrzehnten. Altman selbst wird durch seine Archiv-Interviews wieder lebendig, als würde er sich direkt an die Zuschauer dieses Films wenden. Als wichtigste Erzählerin dient in Voice-Over aber seine Witwe Kathryn Reed Altman, die detaillierte Einblicke in das Auf und Ab seines schöpferischen Lebens gibt. Kurze Privataufnahmen belegen, dass Altman auch ein Familienleben hatte. Im Mittelpunkt aber stehen auch hier seine Spielfilme, mit wenigen Ausschnitten und vielen aufschlussreichen Anekdoten vom Dreh. Manns Dokumentarfilm ist eine gelungene Hommage an einen Künstler und cineastisches Nachschlagewerk zugleich.

Fazit: Der Dokumentarfilm über die Regie-Legende Robert Altman lässt die Meilensteine im Leben eines innovativen, widerspenstigen Künstlers Revue passieren. Dabei wird auf aufschlussreiche und emotional berührende Weise deutlich, wie sehr Altmans Persönlichkeit mit dem Charakter seiner Werke verzahnt ist.





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