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Portugal mon amour - Hauptplakat
Portugal mon amour - Hauptplakat
© Prokino

Kritik: Portugal mon amour (2013)


Mit seinem Film "Portugal Mon Amour" erzählt Ruben Alves, der auch das Drehbuch mit Hugo Gélin und Jean-André Yerlès geschrieben hat, von dem Leben portugiesischer Einwanderer in Frankreich. Maria (Rita Blanco) und José (Joaquim de Almeida) haben sich in Frankreich ein neues Leben aufgebaut und sich gut eingelebt. Ihre Kinder Paula (Barbara Cabrita) und Pedro (Alex Alves) können sich kaum vorstellen, mit ihren Eltern wieder zurückzukehren, auch Freunde, Verwandte und Vorgesetzte verlassen sich auf die Hilfsbereitschaft der Ribeiros. Dann erben sie ein Weingut – und könnten nach Portugal zurückkehren, um dort ein ruhiges Leben führen. Maria und José sind von der Nachricht überwältigt und zögern: Sollen sie wirklich ihr bisheriges Leben und ihre Freunde in Frankreich zurücklassen?
Als Freunde und Arbeitskollegen durch eine Indiskretion von dem Erbe erfahren, setzen sie alles daran, Maria und José zurückzuhalten. Anfangs erfreut über die Aufmerksamkeit und Anerkennung, fühlen sich Maria und José in ihrem Fleiß bestärkt – bis sie erfahren, welches die wahren Beweggründe sind. Dann setzen sie zur Rache an - und spätestens hier verliert sich Ruben Alves zur sehr in den komödiantischen Parts. Maria und José haben als Hausmeisterin und Maurer die typischen Berufe portugiesischer Einwanderer und verwurzeln ihre Identität mittlerweile in ihrem Fleiß, ihrer Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit. Ihre Kinder, die in Frankreich aufgewachsen sind, können diese Zurückhaltung nicht verstehen, sie sind weit aufmüpfiger und mutiger. Allein in dieser Spannung steckt mehr dramaturgisches Potential als die Verleugnung der Eltern und ein Abendessen, bei dem gegenseitige Vorurteile von Franzosen und Portugiesen aufeinander treffen. Sicherlich ist es unterhaltsam anzusehen, wenn Maria sichtlich bemüht ist, bei den möglichen Schwiegereltern ihrer Tochter Eindruck zu machen – doch für den zentralen Konflikt ist diese Ausführlichkeit nicht notwendig. Vielmehr wird dessen Vielschichtigkeit bereits in dem Originaltitel "La cage dorée" ausgedrückt: Der goldene Käfig könnte sich zum einen auf die gemütliche Hausmeisterloge in dem edlen 16. Arrondisment von Paris beziehen, in der sich Maria und José gut eingerichtet haben. Sie sind an deren Einschränkungen ebenso wie an die viele Arbeit gewöhnt, sie mögen ihre Freunde und wissen, was sie von diesem Leben erwarten können. Auf der anderen Seite winkt ein ungleich luxuriöses Leben auf einem Weingut in Portugal, in dem sie sich etwas gönnen könnten – ein anderer goldener Käfig. Doch durch die Konzentration auf das Komödiantische gelingt es Ruben Alves nicht, diesen Konflikt befriedigend aufzulösen. Stattdessen kommt das Ende viel zu abrupt und ist in den Details nicht stimmig.

Letztlich ist es vor allem den Schauspielern zu verdanken, dass der Film dennoch Spaß macht. Insbesondere Rita Blanco vermag mit einem Gesichtsausdruck den Stolz und die Bescheidenheit Marias auszudrücken, der Zuschauer fühlt mit ihr. Hinzu kommen einige gelungene Gags und ein schöner Fado-Gesang. Dadurch ist "Portugal Mon Amour" eine leichte Komödie – mehr aber leider nicht.

Fazit: "Portugal Mon Amour" ist eine sommerlich-leichte Komödie, die dank einer guten Hauptdarstellerin unterhält.





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