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Kritik: Es (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Seit Jahrzehnten verteidigt Stephen King erfolgreich seinen Ruf als Meister des Horrors und veröffentlicht eine Geschichte nach der anderen. Bei diesem Tempo kann die Filmindustrie kaum mithalten, aber dennoch schaffen es beinahe jährlich Verfilmungen von Kings Büchern ins Fernsehen oder auf die große Leinwand. Nachdem erst vor wenigen Wochen das nicht ganz überzeugende Fantasyabenteuer "Der dunkle Turm" in den Kinos startete, versucht sich nun der argentinische Filmemacher Andrés Muschietti an Kings "Es".

Muschiettis Film stellt dabei bereits die zweite Verfilmung der Geschichte um den mörderischen Clown Pennywise dar. Im Jahr 1990 entstand ein Zweiteiler für das Fernsehen, der vor allem wegen Tim Currys Darstellung im Gedächtnis geblieben ist: Curry verkörperte den diabolischen Pennywise mit Bravour und ließ damit das schwache Drehbuch sowie schauspielerische Schwächen seiner Mitstreiter vergessen. Muschiettis Version, die ebenfalls auf zwei Teile ausgelegt ist, erweist sich nun in fast jeder Hinsicht als überlegen und kann vor allem durch die stark besetzten Hauptrollen überzeugen.

Denn der Klub der Loser, wie sich die jungen Helden selber nennen, steht ganz im Zentrum des Plots und füllt diesen Film mit Leben. "Es" ist das facettenreiche Porträt einer Freundschaft und zugleich eine gelungene Coming-of-Age-Story. Der Horror, der mitunter ganz schön blutig wird, ist dabei zwar stets präsent, aber am Ende sind es die außergewöhnlichen Figuren und Dialoge, die in Erinnerung bleiben, während die konventionellen Schocks rasch verpuffen. So mancher Horror-Fan mag daher ein wenig enttäuscht sein und auch Bill Skarsgård als Pennywise bleibt hinter seinen Möglichkeiten und kann leider nicht an Currys Leistung anknüpfen.

Bedenkt man allerdings, dass der wahre Schrecken in Kings Romanen nicht von Außerirdischen, tollwütigen Hunden oder sonstigen Monstern ausgeht, sondern von ganz menschlichen Erfahrungen wie dem Erwachsenwerden, dann zeigt sich, dass Muschietti hier vieles richtig gemacht hat und der Vorlage mehr als gerecht wird.

Fazit: Andrés Muschiettis Neuverfilmung von Stephen Kings "Es" ist eine stark gespielte Coming-of-Age-Story. Der Horror ist dabei zwar stets präsent, aber bleibt zu konventionell, um wirklich zu beeindrucken. In Erinnerung bleiben somit nicht die vorhersehbaren Schocks, sondern vielmehr die außergewöhnlichen Figuren und Dialoge.





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