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Prakti.com
Prakti.com
© 20th Century Fox

Kritik: Prakti.com (2013)


Vince Vaughn und Owen Wilson sind ein eingespieltes Team. Für "Prakti.com" standen die beiden auch privat bestens befreundeten Schauspieler bereits das vierte Mal gemeinsam vor der Kamera. Und es dürfte als fast sicher gelten, dass nach Welt-Erfolgen und Hits wie "Die Hochzeitscrasher" oder "Starsky & Hutch" auch "Prakti.com" zu einem Kassenerfolg wird. Doch zunächst einmal muss der Film seine Kosten wieder einspielen, und die lagen immerhin bei beachtlichen 60 Millionen Dollar. Für eine Komödie eine immense Summe. Regie führte hier "Nachts im Museum"-Regisseur Shawn Levy, der bei diesem Film das Glück hat, über ein so eingespieltes Hauptdarsteller-Duo wie Vaughn und Wilson zu verfügen. Die beiden Komiker retten dank ihres anarchischen Charmes und der hohen Leinwandpräsenz "Prakti.com" vor dem Totalausfall. Nicht nur, dass es dem Film an gelungenen Einfällen und dem nötigen Witz mangelt, "Prakti.com" ist letztlich – und wie es die Inhaltsangabe bereits vermuten lässt – tatsächlich nichts weiter als ein aufgeblähter, auf zwei Stunden gestreckter Hochglanz-Werbeclip für den Internet-Konzern Google.

Der Online-Riese Google kommt in dieser Komödie erstaunlich gut weg – doch wen wunderst, handelt es sich bei "Prakti.com" schließlich um einen mit unzähligen PR-Botschaften und versteckten Hinweisen garnierten Werbe-Clip für das kalifornische Unternehmen. Oder man könnte auch sagen: der teuerste Werbe-Spot der Welt. Egal zu welchem Zeitpunkt des Films, Google erscheint zu jeder Zeit als der perfekte Arbeitgeber innerhalb einer von Nerds und Web-Freaks bevölkerten digitalen Welt. Der Film vermittelt die Botschaften, dass bei Google durch harte Arbeit und das richtige Maß an Motivation einer großen Berufskarriere nichts im Wege steht und dass gerade auch ältere Menschen und Quereinsteiger bei der Firma echte Berufschancen haben. Und zuletzt will der Film deutlich machen, dass der Vorgesetzte doch nur aus dem Grund eine gewisse Strenge und Wachsamkeit an den Tag legt, um die einzelnen Mitarbeiter zu einer starken Einheit zu formen.

Sieht man einmal von diesen Botschaften und dem vermittelnden Bild von Google als dem universellen Spitzen-Arbeitgeber ab, beweisen die Hauptdarsteller Owen Wilson und Vince Vaughn jedoch, dass sie immer noch den gleichen komödiantischen und anarchischen Charme an den Tag legen, wie zu guten alten "Hochzeits-Crasher"-Zeiten. Vaughn überzeugt in seiner Rolle als selbstbewusster, redseliger Verkaufs-Dino, während Wilson wieder einmal gekonnt den schüchternen, tollpatschigen Melancholiker und Gefühlsmensch gibt, der als naiver Tagträumer vor jeglichen Bindungen und Liebesbeziehungen zurückschreckt. Die Chemie zwischen den Beiden stimmt nach wie vor, und einige ihrer trotteligen, haarsträubenden Aktionen im Film verleiten einen tatsächlich ab und an zu einem Grinsen. Dass daraus keine echten Lacher werden, liegt an dem Mangel an wirklich witzigen Einfällen und Momenten. Da gehört es noch zu den stärksten und tatsächlich heiteren Szenen, wenn die Zwei im Vorstellungsgespräch bei Google knifflige (Scherz-) Fragen möglichst einfallsreich und kreativ beantworten müssen – so z.B. auch die Fragen, wie sich die Beiden in einen Mixer gesteckt und auf die Größe eines 25-Cent-Stücks geschrumpft, verhalten würden.

Fazit: Auf zwei Stunden aufgeblähte, mit unzähligen PR-Botschaften versehener Google-Werbeclip, dem es an witzigen Einfällen mangelt aber dank der guten Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern vor dem Totalausfall bewahrt wird.





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