VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Hanni & Nanni 3
Hanni & Nanni 3
© UIP © UFA Cinema GmbH

Kritik: Hanni & Nanni 3 (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach den Erfolgen der ersten beiden "Hanni & Nanni"-Filme war es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Kinoabenteuer der gewitzten Zwillingsschwestern im Internat Lindenhof auf die Leinwand gebracht würde. Wie dabei nicht anders zu erwarten, mischt "Hanni & Nanni 3" viele der bereits etablierten Zutaten an. Komik entsteht zum einen durch übergezeichnete Nebenfiguren wie Mademoiselle Bertoux, die sich durch eigene Tollpatschigkeit immer wieder in Schwierigkeiten bringt und allein aufgrund ihres exaltierten französischen Akzents comichafte Züge trägt. Zum anderen sind in die Handlung erneut eine Reihe von Slapstick-Einlagen eingestreut. Diese Späße fallen mitunter jedoch so eindeutig aus, dass der Film manches Mal Gefahr läuft, selbst sein anvisiertes Kinderpublikum zu unterfordern.

Die Geschichte, die "Hanni & Nanni 3" erzählt, kann zwar mit einigen netten Einfällen wie der plötzlichen Ankunft der englischen Schuljungen aufwarten, schöpft dieses Potenzial aber nie voll aus. Die Konflikte sind zumeist sehr einfach gestrickt und werden bisweilen recht beliebig aufgelöst. Dies gilt auch für den Wettstreit um Clyde, der zu einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen den beiden Zwillingsschwestern führt und von Autor Christoph Silber künstlich in die Länge gezogen wird. Wenngleich das zügige Tempo für kurzweilige Unterhaltung sorgt, wirkt die Handlung bei genauerem Hinsehen oftmals zu gehetzt. Thematische Schwerpunkte wie die Fragen nach Liebe und Zusammenhalt, die schon allein durch das von den Schülern vorbereitete Theaterstück präsent sind, fallen immer wieder der episodenhaften Struktur zum Opfer. Aufgrund seiner vielen Nebengeschichten schafft es der Film nur selten, den Zuschauern einen tiefer gehenden Einblick in die Gefühlswelt von Hanni und Nanni zu vermitteln.

Formal gesehen lässt Regisseurin Dagmar Seume das Lindenhof-Internat in kräftigen und bunten Farben erstrahlen und macht dabei wiederholt von Weichzeichnern Gebrauch. Untermalt wird das Geschehen von gezielt eingesetzten Popsongs, die gegen Ende sogar konkreten Eingang in die Handlung finden. Einen angenehmen Kontrast zu dieser heiter-poppigen Teenie-Welt bildet die mehrmals in kurzen Einstellungen eingefangene Urtümlichkeit des Schlosses, das mit seinen Türmchen und Erkern einen eigenen Charme versprüht. Dass der Film freilich kein realitätsnahes Bild vom Internatsleben zeigt, ist jederzeit offensichtlich und wenig verwunderlich, da die "Hanni & Nanni"-Abenteuer einen solchen Anspruch überhaupt nicht verfolgen. Sie wollen nur eines: Dem Zielpublikum 90 unterhaltsame Minuten bieten.

Fazit: Wie seine Vorgänger auch verlässt sich "Hanni & Nanni 3" auf ein Ensemble an überzeichneten Figuren und ein schön verpacktes Äußeres, schafft es darüber hinaus aber nicht, aus der erzählten Geschichte nachhaltige Aussagen zur Erfahrungswelt der jungen Zuschauer abzuleiten.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.