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The World's End - Plakat
The World's End - Plakat
© Universal Pictures Germany

Kritik: The World's End (2014)


Trotz mehrfacher Ausflüge ins Hollywoodkino, darunter Big Pictures wie "Mission: Impossible – Phantom Protokoll" oder zuletzt "Star Trek Into Darkness", läuft der britische Starkommiker Simon Pegg erst so richtig zur Höchstform auf, wenn er in die schauspielerischen Gefilde zurückkehren darf, die einst den Grundstein für seine Karriere begründeten.

"Shaun of the Dead", die Romero-Zombiefilm-Persiflage aus dem Jahre 2004, war der erste Film einer als "Three Flavours of Cornetto"-Trilogie bezeichneten Reihe, in der "Hot Fuzz" (eine Parodie auf das amerikanische Buddy-Movie-Actionkino) folgte und die aktuell durch "The World's End" ihren Abschluss findet. Wie schon in den beiden Streifen zuvor ist auch diesmal Nick Frost an der Seite von Pegg zu sehen. Gemeinsam mit Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan als ihre Jugendfreunde spielen sie eine Truppe Anfangvierziger, die nach vielen Jahren beschließt, noch einmal die legendäre Meile in ihrer Heimatstadt anzugehen - eine mythisch verklärte Sauftour quer durch zwölf Pubs, die sie noch zu Ende brachten.

Die Dinge sind in den britischen Grotesken mit Pegg und Frost allerdings selten das, was sie zu Beginn scheinen. Mussten sie sich in den Vorgängern plötzlich gegen Massen epidemisch verfielfachender Untoter zur Wehr setzen oder ballerten sie sich durch ein verschlafenes englisches Dorf, voller vermeintlicher Normalbürger, welche schwerbewaffnet Teil einer Verschwörung waren; findet sich das Publikum in "The World's End" überraschend in einer SciFi-Klamotte voller außerirdischer Roboter wieder, welche die Gestalt von Erdenbürgern angenommen haben und dubiose Ziele verfolgen.

Neben der offensichtlichen Invasionsfilm-Satire, inklusive finalem Endzeittouch, angesiedelt irgendwo zwischen "Krieg der Welten", "Die Körperfresser kommen", "Der Tag an dem die Erde stillstand" und "Die Frauen von Stepford", ist "The World's End" ein Film um alte Freundschaftsbande und das Nicht-Erwachsenwerdenwollen sowie selbstredend eine Hommage an englische Pubs geworden - samt den wohl unvermeidlichen Kneipenschlägerein. Pegg als kindsköpfiger Alt-Gothikrocker ist eine wahre Pracht und Frost als "Abräumer vom Dienst" gehören einige einzigartige Momente. Etwas blass bleiben hingegen die drei anderen im Bunde (Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan), wohingegen Ex-Bond-Girl Rosamunde Pike – im Film eine Toilettenaffäre aus der Teenagerzeit, die sich im Verlauf hinzugesellt - die volle Aufmerksamkeit des männlichen Publikums sicher sein kann.

Schwarzhumorig, voll von makaberen Wendungen und mit pointierten Dialogen steht "The World's End" in bester britischer Tradition. Kultig sind sowohl die Cameos als auch die diversen Anspielungen auf viele Genreklassiker des amerikanisches Blockbusterkinos. Manche Gags zünden zwar nur dann voll, wenn man auch die beiden Vorgänger kennt – ein Muss ist das aber nicht. Zudem ist die vermeintlich Trilogie in Wahrheit eine Quadrilogie: Gerne ausgespart wird, dass Pegg und Frost 2011 mit "Paul – Ein Alien auf der Flucht", eine Art Anti-"E.T". drehten; wobei dieser Film in den USA spielte und anstelle von Edgar Wright, Greg Mottola ("Superbad") Regie führte.

Fazit: Wer Fan des Komikerduos Simon Pegg und Nick Frost ist und dem britischen Humor einiges abgewinnen kann, sollte sich "The World's End" nicht entgehen lassen. Es geht zwar zünftig und derb zur Sache, dank Alien-Robotern, die an zerbrechliche Schaufensterpuppen erinnern, ist das Ganze aber verträglich unblutig gehalten.





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