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Sputnik
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© MFA Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Sputnik (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Mittelpunkt von "Sputnik" steht die kleine, aufgeweckte Friederike Bode (Flora Thiemann), die mit ihren Eltern (Yvonne Catterfeld und Maxim Mehmet) in dem beschaulichen Dorf Malkow im Herzen der DDR den sozialistischen Alltag durchlebt. Insgeheim träumt Rike davon, als erste Kosmonautin des Landes weltberühmt zu werden. Rikes Erfindungsgeist wird geweckt, als sie sich aufmacht, gemeinsam mit ihren Freunden an einer spektakulären Erfindung zu basteln: einem echten Teleporter. Ihr Ziel: mit der Maschine ihren geliebten Onkel Mike (Jacob Matschenz) zurück in die DDR zu beamen. Dieser setzte sich nämlich – zum großen Bedauern von Rike – vor kurzem nach West-Berlin ab. Selbst Mitschüler Oliver (Emil von Schönfels) und der linientreue Dorfpolizist Mauder (Devid Striesow), können Rike nicht von ihrem waghalsigen Vorhaben abbringen. Doch als der Beamer schließlich fertig gebaut ist, zeigt er plötzlich eine gänzlich unerwartete Wirkung.

Filmemacher und Drehbuchautor Markus Dietrich ließ in die Geschichte seines ersten abendfüllenden Spielfilms eigene Kindheitserfahrungen einfließen. Als die Mauer im Herbst 1989 fiel und damit die Maueröffnung das endgültige Ende der DDR besiegelte, war Dietrich zehn Jahre alt – exakt so alt wie Friederike, die Hauptfigur seines Films. Mit dem Thema "DDR" befasste sich Friedrich auch in seinen bisherigen vier Kurzfilmen, die ihm etliche internationale Auszeichnungen einbrachten. "Sputnik" beruht auf Dietrichs Kurzfilm "Teleportation" von 2009. Hier hatte Dietrich nun die Möglichkeit, seine originelle Idee vom Mädchen, das mit einem Teleporter die Grenzen der DDR zu überwinden versucht, auf Spielfilmlänge auszudehnen. Mit "Sputnik" gelingt ihm ein charmantes Abenteuer mit witzigen Figuren und einer detailverliebten, authentischen Ausstattung. Dietrich schafft es, das filmisch ausgereizte Thema "Mauerfall" auf spannende Weise aus Kindersicht zu beleuchten.

Die ausgewogene Mischung aus frischen, unverbrauchten Jung-Darstellern und gestandenen Schauspiel-Kollegen macht einen wesentlichen Reiz von "Sputnik" aus. Besonders Flora Thiemann als blondes, freches Mädchen aus der Provinz, schafft es leicht, sich Sympathien beim Zuschauer zu erspielen. Ihrer "One-Woman-Show" kann man sich kaum entziehen und mit ihren frühreifen Art und dem kecken Humor sorgt sie für etliche Lacher. Ihr gegenüber stehen erfahrene, smarte Darsteller wie Maxim Mehmet als Rikes Vater oder Tatort-Kommissar Devid Striesow als linientreuer Volkspolizist. Durch seine authentischen Kulissen und die detailgetreue Ausstattung gelingt es Regisseur Friedrich zudem, ein genaues und stark an der Realität orientiertes Bild vom sozialistischen Alltag und Leben im Arbeiter- und Bauernstaat zu zeichnen.

Ein weiterer Pluspunkt: "Sputnik" verheimlicht nicht, dass in der DDR auch schon die ganz Kleinen den staatlichen Zwang und den Druck der Obrigkeit zu spüren bekamen. Das zeigt sich u.a. an den Anpassungsproblemen von Rike bei den Jungen Pionieren, der politischen Massenorganisation für Kinder in der DDR. Friedrich gelingt es, den jungen Zuschauern die DDR historisch näher zu bringen, ohne dabei allzu streng mit dem Zeigefinger auf die "Täter" oder Missstände zu deuten und als steifer Moralapostel zu fungieren. Die zuckersüße Botschaft des Films, dass man mit Kreativität und Mut auch scheinbar unüberwindbare Hindernisse durchbrechen kann, ist liebenswert und sorgt mit dafür, dass "Sputnik" durchaus als einer der gelungensten deutschen "Kinderfilme" 2013 angesehen werden kann.

Fazit: Darsteller, Ausstattung und die charmante Botschaft machen "Sputnik" zu einem herzerwärmenden, humorvollen Kinderfilm-Abenteuer für die ganze Familie.




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