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Kritik: A Long Way Down (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Schade. Daraus hätte was werden können. "A Long Way Down", die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nick Hornby, die dieses Jahr in der Berlinale Special Gala lief: Vier Menschen treffen sich in der Neujahrsnacht auf einem Londoner Hochhaus, um von dort aus ungestört in den Tod zu springen. Doch dann beschließen sie, bis zum Valentinstag mit gegenseitiger Unterstützung am Leben zu bleiben. Was bereits im Roman ab diesem Punkt reichlich konstruiert erscheint, wirkt im Film sogar noch unplausibler und unechter, da sich trotz der Extremsituation zunächst kaum eine menschliche Beziehung zwischen den Charakteren entwickelt. Aaron Paul spielt eine cleane, oberflächliche Version seines "Breaking Bad"-Charakters Jesse Pinkman, dessen Grund für den Selbstmordversuch nie ganz geklärt wird. Toni Collettes Talent verschenkt der Film mit ihrer oft comicartigen Figur – deren Depression sich eigentlich tragisch anfühlen sollte - fast völlig, während Pierce Brosnan die gesamte Bandbreite seines Könnens , also etwa anderthalb besorgte Gesichtsausdrücke, zeigt. Klassische Fehlbesetzung: Den glatten James Bond nimmt man dem Iren gerade noch ab. Aber einen schmierigen Londoner Talk Showhost? Im Original scheitert er übrigens auch am Akzent. Bleibt Imogen Poots als reiche Göre Jess, welche dank ihres ungehemmten Humors die sympathischste Protagonistin des Films ist.
Fazit: Oberflächliche Verfilmung eines an sich schon holprigen Romans. Bei beiden ist die Idee klasse, die Umsetzung überzogen. Der Film wirkt abwechselnd kalt, distanziert und aufgekratzt übermütig. Warm wird man mit keinem der Charaktere.
Gut gemeinte 2 von 5 Sternen.




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