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Der Nächste, bitte! - Plakat
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Kritik: Der Nächste, bitte! (2012)


Für seine mit Screwball-Zutaten angereicherte romantische Komödie "Der nächste, bitte!" nahm sich Regisseur Pascal Chaumeil den französischen TV-Film "Un Homme Par Hasard" von 2003 zum Vorbild. Am Drehbuch war der gefragte Autor Laurent Zeitoun beteiligt, der bereits beim Skript zum Welt-Erfolg "Ziemliche beste Freunde" mitwirkte. "Der nächste, bitte!" ist eine charmante, kleine Liebes-Komödie geworden, die mit Dany Boon ("Willkommen bei den Sch`tis") einen Comedy-Superstar bietet und mit der Erkenntnis überrascht, dass Beauty Diane Kruger in Komödien eine ebensolch gute Figur abgibt wie in Historien-Schinken ("Troja") oder Abenteuerfilmen ("Das Vermächtnis der Tempelritter").

Zugegeben: Die Grundprämisse vom geheimnisvollen Fluch, der über der Familie von Isabelle lastet, ist nicht nur ziemlich unglaubwürdig sondern auch reichlich dämlich. Eine Frau, die den erstbesten Mann, der ihr über den Weg läuft, heiratet und sich anschließend schnellstmöglich wieder scheiden lassen will, da nur die zweite Ehe von langem Glück gesegnet ist – darauf muss man als Drehbuchautor erst einmal kommen. Hat man als Zuschauer dies aber erst einmal als Ursprung aller Handlungen akzeptiert und vergessen, erlebt man mit "Der nächste, bitte!" eine freche, herzhafte Love-Story mit etlichen witzigen Momenten und gut getimten Späßen. Dany Boon läuft als ulkiger, tollpatschiger Sonderling zur Höchstform auf. Die größte Überraschung stellt Diane Kruger dar, die hier ihr komödiantisches Talent entdeckt und zu keinem Zeitpunkt peinlich oder unbeholfen wirkt. Ihre optischen Reize darf sie dennoch immer wieder ausspielen, was sich ganz besonders in einer Szene in einem Klamotten-Laden manifestiert. Die beiden Hauptdarsteller harmonieren – was im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten war – jedenfalls prächtig.

Schwungvoll geraten Isabelle und Yves im Verlauf des Films von einer heiklen und wahnwitzigen Situation in die nächste: von der Konfrontation mit einer gefräßigen, "riesigen Schmusekatze" über eine traditionsreiche Massai-Hochzeit in Nairobi bis hin zu einer ganz speziellen Zahnarzt-Behandlung durch Isabelle selbst – der Film strotzt vor guten Ideen, herrlich überzogenen Screwball-Momenten und einfallsreichen Verwicklungen, die zwar manchmal ein wenig übertrieben klamaukig geraten sind, alles in allem aber viel Spaß machen. Daneben sorgen die vielen unterschiedlichen Settings (Afrika, Russland, Dänemark) und Schauplätze für reichlich Abwechslung und einen hohen Unterhaltungswert auch in optischer Hinsicht.

Fazit: Trotz einiger Szenen, die zu klamaukig und überzogen geraten sind, ist "Der nächste, bitte!" ein herrlich verschrobene, charmante Liebes-Komödie in bester Screwball-Tradition mit einer überraschend komischen Diane Kruger.





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