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Die Mumie
Die Mumie
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Die Mumie (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Die Mumie" ist der zweite Spielfilm von Drehbuchautor und Produzent Alex Kurtzman ("The Amazing Spider-Man 2", "Star Trek"). Ihm zu Verfügung stand ein namhafter Cast, angeführt von den beiden Superstars Tom Cruise und Russell Crowe. Ursprünglich sollte Cruise schon die Hauptrolle in der komödiantischen "Mumie"-Neuverfilmung von 1999 spielen, die Rolle ging dann aber an Brendan Fraser. Die titelgebende Mumie gehört zu den bekanntesten Figuren im Gruselkabinett der Universal Studios. Dazu gehören unter anderem noch Frankensteins Monster, Dracula und der Wolfsmensch. Universal plant in den kommenden Jahren Stand-Alone-Filme dieser Figuren, um sie dann – ganz so wie es Marvel mit den "Avengers" bereits vormachte – in einem Film alle aufeinandertreffen zu lassen.

Regisseur Kurtzman verfolgt einen komplett anderen Ansatz als die Macher der 1999er-Version der legendären Monsterfigur. Hier stehen nun nicht mehr leichter Humor und augenzwinkernder Slapstick im Vordergrund, sondern eine düstere, bedrohliche Atmosphäre und spektakuläre Action-Einlagen. Zwar wird immer wieder versucht, durch oberflächliche, kleinere Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zwischen Nick und Jenny ein wenig Humor einzustreuen, richtig witzig sind diese Momente aber nie. Ebenso wenig sind die Charaktere besonders tiefgründig oder komplex.

Die vielseitigste Figur scheint da noch die frühere ägyptische Prinzessin Ahmanet zu sein. Es ist das erste Mal, dass die Mumie eine Frau ist, was durchaus etwas Frisches und Spannendes hat. Denn zu oft hat man in den unzähligen "Mumie"-Filmen und -Interpretationen, unter den Bandagen einen rachdurstigen Mann gesehen. Die Stärken des Films liegen darüber hinaus aber freilich auch nicht bei der Figurenzeichnung oder einer besonders tiefgehenden, wendungsreichen Handlung. Dafür aber umso mehr in der Optik und den rasanten Actionszenen. Der Film ist visuell enorm ansprechend gestaltet, die CGI-Effekte sind spektakulär und verdeutlichen, für was ein Großteil des 125-Millionen-Dollar-Budgets ausgegeben wurde.

Es gibt Verfolgungsjagden durch Wälder, "tierische" Bedrohungen in Form von Ratten und Spinnen oder auch einen (obligatorischen) Sandsturm zu Beginn des Films. Im Gedächtnis bleiben wird jedoch in erster Linie eine beeindruckende Flugzeugsequenz, die auch zeigt, dass wir es bei der Figur des Nick Norton mit einem eigentlich arg unsympathischen, egomanischen Zeitgenossen zu tun haben. Norton – mit viel Körpereinsatz und Hingabe von Cruise gelungen verkörpert – ist vor allem auf sein eigenes Wohl bedacht und lässt das nicht zuletzt auch seine Mitstreiterin Jenny ein ums andere mal deutlich spüren. Die Figur der Jenny Halsey bleibt die meiste Zeit hingegen blasse Stichwortgeberin, obwohl sie deutlich mehr Screentime besitzt als alle anderen Nebenfiguren.

Da fällt es natürlich schwer, mit den Hauptprotagonisten mitzufühlen beziehungsweise sich mit diesen zu identifizieren: die eine Person (Norton) ist eigennützig und unleidlich, die andere (Halsey) so harmlos wie der Film anspruchsvoll ist: überhaupt nicht. Für einen unterhaltsamen und amüsanten Kinoabend reicht es aber dann doch.

Fazit: Glattgebügelter, mit spektakulären Schauwerten und gelungener Action ausgestatteter Blockbuster für die Massen, dem es an Figurentiefe und Überraschungsmomenten mangelt.




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