VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Antons Fest
Antons Fest
© Daredo Media GmbH

Kritik: Antons Fest (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Hinter John Kolya Reicharts Spielfilmdebüt scheint vor allem der Wunsch zu stehen, es anders zu machen: Das fängt beim Drehbuch an, welches Reichart und sein Ko-Autor Frank Hoffmann gemeinsam erarbeitet haben, indem jeder der Autoren unabhängig vom anderen eine Hälfte der Figuren entwickelt hat. Erst danach wurden die Einzelgeschichten miteinander verknüpft und um den erzählerischen roten Faden der Geburtstagsfeier des Protagonisten drapiert.

Als ähnlich unkonventionell erweist sich auch die filmische Umsetzung dieses Stoffes, der vor allem in visueller Hinsicht herausfordert. Denn statt klassischen Establishing Shots oder Schuss-Gegenschuss-Einstellungen setzt Dominik Bergs Bildgestaltung voll und ganz auf eine zittrige Handkamera, die immer dicht an den Schauspielern bleibt und den umliegenden Raum nur in Bruchstücken erfasst. Dem emotionalen Chaos der Geschichte wird somit in Form von unruhigen, nach Aufmerksamkeit verlangenden Bildern Rechnung getragen, die die Orientierung des Publikums spürbar erschweren dürften.

Doch so stimmig wie in diesem Aspekt ist "Antons Fest" leider nicht in jeder Hinsicht: Der Mut zum Experiment trifft hier auf arg klischeehafte Figuren, der Anspruch des Kunstkinos auf mitunter an Boulevardtheater erinnernde Darbietungen, absurde Komödie auf realistisches Drama und lockere Improvisationen auf ein überkonstruiertes Drehbuch. Unbeholfen schwankt der Film zwischen den Extremen und verspielt dabei rasch jede Glaubwürdigkeit. So fällt es trotz aller guten Absichten schwer, sich überhaupt auf die Figuren und ihre Konflikte einzulassen. Am Ende bleibt es bei der Erkenntnis, dass anders nicht unbedingt besser ist.

Fazit: John Kolya Reichart wagt mit seinem Kinodebüt ein filmisches Experiment, das leider nicht ganz funktionieren will. Sein Drama schwankt unbeholfen zwischen Improvisation sowie Überkonstruiertheit und verspielt dabei jede Glaubwürdigkeit.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.