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Lost River
Lost River
© Tiberius Film © Bold Films Productions

Kritik: Lost River (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit seiner Hauptrolle als der beste Fluchtwagenfahrer von L.A. in Nicolas Winding Refns Neo-Noir "Drive" (2011) avancierte Ryan Gosling zum neuen Kultschauspieler. Sowohl Winding Refn, als auch Gosling konnten mit dem nicht unumstrittenen Nachfolger "Only God Forgives" (2013) noch einen drauf setzen. Jedes weitere Plus an überstilisiertem Pulp als in diesem Nackenbrecher von einem Film, wäre sofort zu reiner Lächerlichkeit verdammt. Doch genau diesen Weg beschreitet Ryan Gosling in seinem Regiedebüt "Lost River", für das der Mime auch das Drehbuch geschrieben hat. Der Mystery-Thriller verbindet den überbordenden Stilwillen und die grelle Farbigkeit von "Only God Forgives" mit surrealen Elementen, deren offensichtliche Inspirationsquelle David Lynch ist.

Wenn in "Lost River" ein Haus in Flammen steht, verweist dieses Bild überdeutlich auf Lynchs Psycho-Noir Meisterwerk "Lost Highway". Der fundamentale Unterschied besteht darin, dass dieses brennende Haus bei Lynch ein bildgewordenes Mysterium ist, für das man nicht ohne Grund gerne den Ausdruck "lynchesk" bemüht. Wenn hingegen in "Lost River" ein Haus brennt, dann brennt da einfach ein Haus, das es zwar offensichtlich gerne in einen Film von David Lynch geschafft hätte, dem dazu jedoch das gewisse Etwas fehlt.

Nach diesem Prinzip ist der gesamte Film aufgebaut. Mit großer Sorgfalt wählt Gosling möglichst spektakuläre Szenarien und wo er diese nicht vorfindet, setzt er eine maximal grelle Beleuchtung ein. Dabei vergisst er neben einer vertieften Figurenzeichnung nach und nach auch jede Filmhandlung, welche diesen Namen verdient. Das Ganze mündet in ein Finale, das ebenfalls recht schön anzusehen ist, bei dem man sich jedoch zugleich an den Kopf fasst und sich fragt, ob das jetzt tatsächlich ernst gemeint sein soll.

Natürlich verschließt sich gerade das große Vorbild "Lost Highway" gleichfalls jeder rationalen Analyse. Aber bei Lynch passiert dies dadurch, dass der Film überreich an Bedeutungen ist, diese sich jedoch nicht zu einem stimmigen Ganzen fügen wollen. Bei Ryan Gosling verbirgt sich hinter der großen Geste jedoch nicht viel mehr, als heiße Luft.

Fazit: "Lost River" ist ein fleißig große Vorbilder zitierendes Machwerk, das gerne ein Meisterwerk wäre. Doch der Film bleibt bis zum Schluss reine Fassade, die zwar schön anzusehen ist, der jedoch jede wahre Substanz abgeht.





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