VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Magic Mike XXL (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

2012 war es, als Regisseur Steven Soderbergh ("Out of Sight", "Traffic") mit dem Stripper-Drama "Magic Mike" einen der kommerziellen Überraschungserfolge des Jahres landete. Bei nur fünf Millionen Dollar Produktionskosten, spielte der Film fast 170 Millionen Dollar ein. Soderbergh verzichtete beim zweiten Teil aber auf die Regie, wirkte als Cutter und Kameramann dennoch wesentlich an der Entstehung des Films mit. Es war die Mischung aus blendend unterhaltenden, stark choreografierten Tanz- und Strip-Einlagen sowie dramatischen Tönen, die das Werk damals so erfolgreich machte. Hinzu kam die exquisite Starbesetzung, wobei vor allem Matthew McConaughey als Chef-Stripper im Gedächtnis blieb.

Von alledem bietet "Magic Mike XXL" mindestens dasselbe Maß wie das Original, nur verzichtet Regisseur Gregory Jacobs diesmal auf die nachdenklichen Drama-Elemente. "Magic Mike XXL" ist ein locker-leichter, mit äußerst attraktiven Menschen und gestählten Körpern ausstaffierter, sommerlicher Tanz- und Musikfilm. Er möchte den Zuschauer nicht überfordern, sondern ihn stattdessen ohne besondere Tiefe und Anspruch unterhalten. Auf dieser Ebene funktioniert der Film einwandfrei. Die erotischen, betörenden Strip-Moves und aufwendig dargebotenen Tanzszenen sind ein Fest fürs (weibliche) Auge und stehen jenen des ersten Teils in nichts nach. Hinzu kommen hier - öfter als im Erstling - immer wieder auch spontan und überraschend in Alltagsszenen eingebaute Strip-Einlagen, die für Überraschung und Abwechslung sorgen.

Dass "Magic Mike XXL" aber auch als halber Musikfilm durchgeht, macht die außerordentlich wichtige Stellung der musikalischen Untermalung sowie die zentrale Bedeutung einzelner Titel im Film deutlich. Der Soundtrack besteht u.a. aus noch längst nicht angestaubten Klassikern der jüngeren Black Music- und Boygroup-Geschichte, etwa von den Backstreet Boys, R. Kelly oder Ginuwine. Bekannte Künstler und Namen, deren melodische, druckvolle Songs perfekt zur hitzigen, ein wenig reißerischen Body-Attitüde des Films passen. Mit großen Namen wurden auch die Nebenrollen besetzt, von Andie MacDowell über Amber Heard bis hin zu Jada Pinkett Smith.

Wobei hier gesagt werden muss: ihre zumeist doch entbehrlichen Figuren sind nicht mehr als Stichwortgeber und kommen zu keiner Zeit an die interessante, vielschichtige Figur des Dallas (McConaughey) im ersten Teil heran. Auch wenn bei "Magic Mike XXL" wieder alles glitzert, glänzt und edel ausgestattet ist, so ist der Film doch auch nichts weiter als ein mitunter arg oberflächliches, alles andere als tiefschürfendes Werk ohne die so wichtige Sozialkritik des Soderbergh-Films. Aber solche Filme braucht man im Sommer mitunter.

Fazit: Oberflächlich-naiver und kritikloser, dafür glänzend unterhaltender Sommer-Gute-Laune-Film mit herausragenden Tanz-Einlagen, spektakulären Moves und gestählten Körpern.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.