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Frau Ella - Poster
Frau Ella - Poster
© Warner Bros.

Kritik: Frau Ella (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

„Frau Ella“ ist ein lustiges Roadmovie mit Herz und einem seltenen Gespann: Zwei junge Männer und eine alte Frau reisen der Liebe hinterher. Indem Sascha und Klaus alles versuchen, um Frau Ella ein Wiedersehen nach fast 70 Jahren mit ihrem Jason zu ermöglichen, erhalten sie wichtige Inspirationen für ihr eigenes Leben. Die Handlung, die auf dem gleichnamigen Roman von Florian Beckerhoff basiert, orientiert sich unter der Regie von Markus Goller weniger an der Realität, als an oberflächlicher, gefälliger Emotion.

ffenbar soll alles schwebeleicht wirken, als würden die gut gelaunten Figuren durch die ganze Komödie tanzen. Sascha und Klaus sind junge Männer, die immer für einen Scherz zu haben sind und sich gewitzt aus jeder schwierigen Situation zu befreien wissen. Der Hitzkopf Sascha hat ein großes Herz und lernt sehr schnell, Frau Ella zu mögen. Klaus ist sogar noch toleranter, wie ein echter Gentleman stellt er sich nicht in den Vordergrund und genießt den Moment – Zeit hat er, ausgefallene Klamotten und ein schickes altes Cabrio auch. Nur die Frau an seiner Seite fehlt ihm noch, obwohl er ständig neue Beziehungen im Internet anbahnt. Schweighöfer und Diehl spielen diese beiden Charaktere zwar posenhaft, aber dabei traumwandlerisch leicht und sympathisch: Da flutscht jeder Dialog, passt jedes Lächeln – und unterhält völlig unabhängig vom Kontext.

Mit einer ähnlich großen Portion natürlichem Charme wartet Ruth Maria Kubitschek als Frau Ella auf. Sie versteht es hervorragend, eine aus Sicht der Jungen altmodische und naiv-weltfremde Mentalität mit unkomplizierter Neugier und Lebensfreude zu verbinden. Würdevoll und mit großer Ausdruckskraft auch in der Sprache bildet sie das Gegengewicht zu den beiden jungen Männern. Souverän meistert sie sogar die peinlichen Szenen, in denen sie der Film noch im Nachthemd aus dem Krankenhaus in die Stadt schickt. Es ist einfach nicht möglich, dem Charme zu widerstehen, den die Auseinandersetzungen dieser drei Charaktere unterwegs entfalten. Mehr gibt der simple Film nicht her, aber er ist auch so ganz hübsch.

Fazit: On the road mit zwei jungen Spaßmachern und einer alten Dame. Die Komödie von Markus Goller ist zwar seicht und vorhersehbar, aber der Dialogwitz stimmt und Matthias Schweighöfer, August Diehl und Ruth Maria Kubitschek in der Titelrolle sorgen für eine Extraportion Charme und Herz.




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