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BB King: The Life of Riley
BB King: The Life of Riley
© Arsenal

Kritik: BB King: The Life of Riley (2012)


Riley B. King, besser bekannt unter dem Namen B.B. King, gehört zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Blues-Sängern und -Gitarristen aller Zeiten. Er prägte ein ganzes musikalisches Genre nachhaltig und sein Einfluss auf nachfolgende Musiker und Generationen reicht bis in die Gegenwart. Die Dokumentation "B.B. King: The Life of Riley" zeichnet ein ausführliches Bild vom Leben und Wirken des einflussreichen Künstlers. Zwei Jahre begleitete Filmemacher Jon Brewer B.B. King, am Ende kamen über 250 Stunden Material zusammen, aus denen Brewer einen gelungenen da sorgfältig recherchierten und mit Leidenschaft für sein Thema umgesetzten Film schuf. Zwar läuft die Doku an manchen Stellen Gefahr, die Figur B.B. King zu glorifizieren und zu wenig kritisch zu beleuchten, am Ende gerät "The Life of Riley" aber zu einem durchaus ansprechenden Film, der vor allem für Musik-Fans im Allgemeinen und Blues-Jünger im Besonderen lohnenswert ist.

Regisseur Brewer findet für seine Dokumentation eine ausgewogene, homogene Mischung aus beeindruckenden Archiv-Aufnahmen (vor allem die Bilder des jungen King aus den 50er und 60er Jahren sind faszinierend), Gesprächen mit Weggefährten und Kollegen sowie Interviews mit dem Porträtierten selbst. Die Aufnahmen zeigen King an der Gitarre als großen Meister seines Fachs, dessen herausragende Fähigkeiten am Instrument immer noch faszinieren. Besonders imposant ist zudem die Riege der namhaften Gesprächspartner, die Brewer vor die Kamera bekommen konnte. Künstler wie Bill Cosby, Dr. John, Carlos Santana, Eric Clapton oder auch Bono kommen hier ausführlich zu Wort und schildern, wie B.B. King sie mit seiner Musik begeistert und beeinflusste. Sogar der amtierende US-Präsident Barack Obama tritt als Interviewpartner auf. Am sympathischsten und äußerst vergnüglich sind jedoch die Unterhaltungen mit King selbst gelungen, der trotz seines großen Erfolges und der immensen Wirkung seiner Kunst, bodenständig und geerdet geblieben ist.

Brewer läuft aber Gefahr, B.B. King hier nicht ausreichend kritisch zu würdigen und darzustellen. Zum einen ermüden die überzogenen Lobeshymnen und Beweihräucherungen der Künstler-Kollegen auf Dauer, zum anderen geht der Film zu wenig auf die Misserfolge und Tiefen in der großen, langen Karriere von King ein. Auch spielt Kings Privatleben in "The Life of Riley" kaum eine Rolle, so erfährt der Zuschauer z.B. nichts von Kings 15 Kindern (von denen zumindest einige wenige zu Wort hätten kommen können, wenn nicht sogar müssen) und seinen zahlreichen Affären. "The Life of Riley" wirkt am Ende mehr wie eine überschwängliche Laudatio auf den Künstler B.B. King, denn wie eine kritische, jegliche Seiten und Karriere-Phasen des Künstlers beleuchtende Doku. Eine überschwängliche Laudatio zwar, aber auch eine extrem ausführliche und unterhaltsame.

Fazit: Ausführlich und mit viel Leidenschaft für den Porträtierten schildert "The Life of Riley" das Leben und Wirken eines der wichtigsten Blues-Musiker aller Zeiten. Zwar hätte die Doku weitaus kritischer ausfallen und auch die Tiefpunkte in der Karriere beleuchten müssen, die ausgewogene Mischung aus Archiv-Aufnahmen und Interviews schafft es dennoch, den Zuschauer 120 Minuten für das Sujet zu begeistern.




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