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Paris um jeden Preis
Paris um jeden Preis
© 2014 polyband Medien GmbH / Gaumont / Pierre-Eliede Pibrac

Kritik: Paris um jeden Preis (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Allroundtalent Reem Kherici debütiert hier nicht nur als Drehbuchautorin sondern auch als Regisseurin. Schon mit ihrem Leinwanddebüt - der James-Bond-Veralberung "OSS 117" - konnte sie Kritik und Publikum gleichermaßen begeistern. Mit der locker-leichten, charmanten Culture-Clash-Komödie "Paris um jeden Preis" stehen die Chancen gut, dass ihr selbiges nochmals gelingt. Der Film ist voller Seitenhiebe auf die Eigenarten und Besonderheiten der Pariser Modewelt und erweist sich dank des süffisanten Humors als ungemein unterhaltsames, leichtfüßiges Aufeinanderprallen zweier unterschiedlicher Kulturen. Auch, wenn die ein oder andere Wendung überflüssig erscheint.

In "Paris um jeden Preis" prallen wahrlich zwei Welten aufeinander, die - auf den ersten Blick - unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite steht die Designerin Maya, die für die Pariser Modewelt sowie für Glitzer und Glamour steht. Maya ist erfolgreich, motiviert und voller pulsierender Lebensenergie. Diese junge Frau trifft völlig unvorbereitet und plötzlich auf die andere Seite der Culture-Clash-Medaille: auf ihre afrikanische Heimat Marokko, die - ebenso wie die arme Landbevölkerung - so rein gar nichts von Haute Couture und Stars und Sternchen hat. Zu unzähligen absurden Zwischenfällen und peinlichen Begegnungen kommt es nach Mayas Ankunft in ihrer Heimat. An dieser Stelle beweist die junge Filmemacherin und Regisseurin Reem Kherici Einfallsreichtum und Ideenvielfalt.

Da ist zum einen der Vater (Mohamed Bastaoi), der sich weigert, mit seiner Tochter zu sprechen, der Bruder (Tarek Boudali), der sich als echter, nervtötender Quälgeist erweist und schließlich die gutherzige Oma (Fatima Naji), die die Enkelin am liebsten dauerhaft nach Marokko holen würde. Ab und zu wartet der Film mit dem ein oder anderen Rollenklischee und Vorurteil zu viel auf, alles in allem macht die bizarre Komödie aber enorm Spaß. Reem Kherici ist beim Erzählen ihrer Geschichte zudem zu jeder Zeit authentisch und der Realität verpflichtet. Man nimmt ihr die Story einfach ab und es überrascht wenig, dass Kherici selbst halb-Tunesierin, halb-Italienerin ist. Und die wundervoll eingefangenen Bilder von den traumhaft schönen marokkanischen Wüsten-Impressionen bieten zudem etwas fürs Auge. Nur die ein oder andere unnötige, an den Haaren herbeigezogene Wendung, hätte sich die Filmemacherin ruhig verkneifen können.

Fazit: Warmherziger, liebevoll inszenierter Kino-Hit aus Frankreich über einen ebenso witzigen wie spannenden Aufeinanderprall der Kulturen.




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